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Lüneburg

Neue Ausstellung: Womit man Löcher bohrt

Der Eingangsbereich des Deutschen Salzmuseums in Lüneburg.

Der Eingangsbereich des Deutschen Salzmuseums in Lüneburg.

Foto: Deutsches Salzmuseum

Deutsches Salzmuseum in Lüneburg zeigt die historische Gerätesammlung von Professor Joachim Goerth.

Lüneburg.  Einen spannenden Überblick über die Vielfalt historischer Bohrgeräte gibt die neue Sonderausstellung im Deutschen Salzmuseum, die von heute bis zum 17. Februar zu sehen ist.

Mit Erfindung der ersten elektrischen Handbohrmaschine im Jahr 1895 läutete Wilhelm Emil Fein das Zeitalter der Elektrowerkzeuge ein. Und in unserer heutigen technisierten Welt gehört eine elektrische Bohrmaschine zur Grundausstattung eines jeden Handwerkers. Auch in vielen privaten Haushalten ist sie nicht mehr wegzudenken und erleichtert die Arbeit der Heimwerkerinnen und Heimwerker. Der Griff zur elektrischen Bohrmaschine ist zur Selbstverständlichkeit geworden.

Doch wie behalfen sich unsere Vorfahren vor dieser Zeit, wenn sie ein Loch in Holzbalken, ins Mauerwerk oder Metall bohren wollten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Sonderausstellung „Womit man Löcher bohrt. Historische Bohrgeräte aus der Sammlung Prof. Joachim Goerth“ und zeigt dabei eine große Bandbreite dieses Werkzeugs.

Der leidenschaftliche Sammler Goerth hat für die Ausstellung interessante Geräte zusammengestellt und erläutert den Besuchern, was es mit Fiedelbohrern, Rennspindeln, Dreulen oder Brustleiern auf sich hat. Ergänzt wird die Ausstellung durch steinzeitliche Funde, denn auch die Menschen vor mehr als 10.000 Jahren wussten sich zu helfen, wenn sie ein Loch in einer Tierhaut, einem Knochen oder einem Holz brauchten.

Für das Deutsche Salzmuseum ist eines der ausgestellten Bohrwerkzeuge von besonderem Interesse: Mit Hilfe eines Löffelbohrers wurden viele Baumstämme mühsam ausgehöhlt und zu Soleleitungen umfunktioniert. Die Saline besaß ein eigenes Bohrhaus auf der Neuen Sülze, um die Leitungen direkt vor Ort zu fertigen. Und da im Salzmuseum auch immer das Mitmachen im Fokus steht, darf an einem Nachbau eines Löffelbohrgerüstes eifrig das Loch in dem Baumstein weitergebohrt werden.

Ausstellung „Womit man Löcher bohrt. Historische Bohrgeräte aus der Sammlung Prof. Joachim Goerth“, Deutsches Salzmuseum Lüneburg, Sülfmeisterstraße 1, bis 17. Februar täglich 10-17 Uhr geöffnet, Führungen mit Prof. Goerth am 8., 16. und 24. Januar sowie 4. Februar, jeweils 15.30 Uhr. Geplant ist außerdem ein Aktionstag für Kinder.