Harburg
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Wenn er spielt, macht er die „Tor’ weit“

Kreiskantor Fabian Bamberg öffnet in den drei Gemeinden, Trinitatis, Paulus und Petrus die Türen zur Kirchenmusik.

Kreiskantor Fabian Bamberg öffnet in den drei Gemeinden, Trinitatis, Paulus und Petrus die Türen zur Kirchenmusik.

Foto: Hanna Kastendieck / HA

Der Abendblatt-Adventskalender – Menschen, die Türen öffnen. Heute: Kreiskantor Fabian Bamberg.

Wenn er den Ton anschlägt, erzittert die Luft im Raum. Die Menschen spitzen die Ohren und lassen sich von der Melodie tragen oder einfach hineinfallen. „Musik öffnet die Tür zu Erinnerungen, zu Sehnsüchten und Emotionen“, sagt Fabian Bamberg. „Sie ist eine universelle Sprache. Lasst die Menschen zusammen singen und sie verstehen einander.“ Der 29-Jährige ist Musiker durch und durch, beherrscht nicht nur Klavier, Dudelsack und Oboe, sondern spielt auch meisterlich die Orgel. Seit einem halben Jahr arbeitet er als Kreiskantor in Harburg und spielt in den Gemeinden Trinitatis, Paulus und Petrus im Gottesdienst.

Die Begeisterung und das Talent für die Musik ist ihm in die Wiege gelegt worden. Beide Eltern sind Berufsmusiker, die Mutter Flötistin, der Vater spielt Kontrabass. Schon als kleiner Junge wurde er zu allen möglichen Konzerten mitgeschleppt. „Es gab keinen Tag in meinem Leben ohne Musik“, sagt er. Als Jugendlicher begeistert er sich für die Lieder des Mittelalters, besucht mittelalterliche Märkte, spielt Dudelsack, Krummhorn und Schalmai. Er will In­strumentenbauer werden, doch er bekommt keinen Ausbildungsplatz.

Durch Zufall hört er 2006 von der Berufsfachschule für Musik in Kronach in Oberfranken. Er bewirbt sich und bekommt einen Platz mit dem Hauptfach Oboe, lernt Musiktheorie und Harmonielehre, Gehörbildung, Dirigieren und Klavier. Seine Lehrer sind fast ausschließlich Kirchenmusiker. Innerhalb von 18 Monaten erarbeitet er sich ein Programm auf der Orgel, mit dem er sich an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth bewirbt. In Bremen, an der Hochschule für Musik, besteht er 2017 sein A-Examen.

Seit September ist Fabian Bamberg in Harburg tätig. Wenn der Regionalkantor an der Orgel sitzt verschmilzt er förmlich mit dem Instrument, lässt sich in die Melodien fallen und reißt den Zuhörer mit. Das ist seine Art, Türen zu öffnen. Und er will Menschen bewegen, selbst zu Musizieren, im Kirchenchor „Cantate Harburg“, im Blockflötenensemble „Flauti Vivi“ oder im Streichorchester „Concertino Harburg“.

Derzeit erarbeitet er mit der St.-Paulus-Gemeinde ein Krippenspiel für Heilig-Abend. Es könnte der Grundstock für einen dauerhaften Kinder- und Jugendchor in Harburg werden. „Musik spricht die Gefühle der Menschen an“, sagt er. „Sie fängt dort an, wo die Worte enden.“ Fabian Bamberg weiß eben , dass das gemeinsame Singen auch bei den Kleinsten Türen öffnet.