Harburg
Renovierung

Harburgs Bahnhof ist eine Baustelle

Foto: Lars Hansen / xl

Im Hauptgebäude wird derzeit renoviert und am Vorplatz werden Bäume gefällt – es drohte Wurzelfäule.

Harburg.  Durch den Harburger Fernbahnhof zu kommen, ist derzeit eine echte Denksportaufgabe: Rund um die neue Mittelinsel aus kleinen Wartesälen und Serviceschalter ist ein Baugerüst aufgebaut. Passiert werden kann die Insel nur noch auf der Nordseite – vom Haupteingang aus links gelegen. Auf dieser Seite ist die Treppe zu den Gleisen 3 und 4 jedoch ebenfalls durch ein Gerüst gesperrt.

Lediglich die südliche Treppe ist offen. Dafür muss man einmal die Mittelinsel in beengten Verhältnissen umrunden. Die Bahnhofshalle ist eine von derzeit drei Baustellen am Fernbahnhof. Hinzu kommt die Dauerbaustelle S-Bahn-Station.

Die Einschränkungen in der Bahnhofshalle sollen nicht mehr lange bestehen. Die Handwerker sollen vor allem über die Feiertage pausieren, die Sperren werden dann abgebaut. „Im Hallenbereich des Bahnhofs Harburg werden Maler- und Instandhaltungsarbeiten ausgeführt“, sagt Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst.

„Es handelt sich um planmäßige Renovierungsarbeiten, die voraussichtlich im neuen Jahr beendet werden. Zwischen Weihnachten und Neujahr werden wir den überwiegenden Teil der Gerüste abgebaut haben, damit die Reisenden dort ungehindert durchgehen können.“

Auf dem Bahnhofsvorplatz werden zudem vier alte Bäume gefällt. Das hat mehrere Gründe: Zum einen wünschte das Denkmalschutzamt eine bessere Sichtbarkeit des historischen Bahnhofsgebäudes. Dafür allein wird aber selten die Säge angeworfen. Das eigentliche Todesurteil der großen Bäume ist ein unscheinbarer kleiner Pilz, der sich im unteren Stammbereich zeigt, tief in den Baum hineinwächst und dort Wurzelfäule verursacht.

Bereits 2017 fielen diesem Pilz zwei große Bahnhofsbäume zum Opfer – ganz ohne Säge, nur durch Sturmböen. Um das zu vermeiden, werden die restlichen vier Bäume jetzt auch gefällt. Zwei neue werden dafür vor dem Bahnhof gepflanzt – dort wo 2017 der Sturmschaden entstanden war.

Noch mehr Bäume werden im Bahnhof gepflanzt. Das ist die dritte Baustelle. Auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen 3 und 4 lagern riesige Plastikbeutel – so genannte Big Bags – mit je einem Kubikmeter Pflanzerde. In manchem der Big Bags steckt auch ein Baum .Damit sollen die Endpunkte des Bahnsteigs im Norden und Süden begrünt werden.

Je nach Art können einige der Bäume jetzt schon eingesetzt werden, mit anderen muss man warten. „Details, welche Pflanzen wann gesetzt werden, können wir derzeit noch nicht nennen“, sagt Sabine Brunkhorst.

Auch unter der Erde wird weiter gebaut – allerdings hauptsächlich in den Köpfen der Ingenieure. „Die Planungen zur Weiterführung der Arbeiten an Bahnsteigen und Gleishinterwänden laufen derzeit“, sagt Brunkhorst. Weil dafür Gleissperrungen notwendig sind, passiert derzeit wenig. Der Verkehr geht vor. Spätestens im Sommer 2019 soll aber das Bauchaos im gesamten Bahnhof behoben sein. Das hatte Michael Dominidiato, Regionalchef von „DB Station and Service“ im Juni 2018 im Harburger Rathaus versprochen.

Hauptbahnhof

1897 wurde der jetzige Harburger Bahnhof als „Harburg Hauptbahnhof“ eröffnet. Es war bereits der dritte Bahnhof in Harburg. In seinen ehemaligen Wartesälen befinden sich heute Kultureinrichtungen und Einzelhandel. Später wurde ein neuer Wartesaal im Laufweg der Haupthalle eingerichtet.