Harburg
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Immobilienpreise in Hamburgs Süden steigen

In Harburg und im nahen Umland entsteht neuer Wohnraum. Doch die Nachfrage ist weiterhin deutlich größer als das Angebot. Folge: Die Preise steigen weiter.

In Harburg und im nahen Umland entsteht neuer Wohnraum. Doch die Nachfrage ist weiterhin deutlich größer als das Angebot. Folge: Die Preise steigen weiter.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Maklerunternehmen sieht in einer neuen Statistik massive Wertzuwächse vor allem in Wilhelmsburg, Buchholz und Buxtehude.

Harburg.  Die Elbinsel Wilhelmsburg ist ein aufgehender Stern am Hamburger Immobilienmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognose der Preisanstiege bei den Bestandsimmobilien in Hamburg und Umgebung für das kommende Jahr. Der Immobilienmakler erwartet für den Stadtteil Wilhelmsburg die höchsten Preissteigerungen für Wohnungen und Häuser. Im Umland zählen die Städte Buchholz und Buxtehude zu insgesamt vier „Rising Stars“, denen das Unternehmen die höchsten Preiszuwächse zuschreibt.

Die Preise für Wohnungen in Wilhelmsburg könnten im kommenden Jahr gut 16 Prozent höher liegen als in diesem Jahr, erwartet Grossmann&Berger. Bei den Häusern seien es fast 14 Prozent. Die Fachleute sehen „starkes Entwicklungspotenzial insbesondere für Immobilien in Wasserlage“. Davon könne beispielsweise Geesthacht profitieren.

Durch das im Vergleich zu Hamburg niedrige Preisniveau bleiben die Immobilien dort jedoch noch erschwinglich – für Wohnungen rechnen die Immobilienmakler mit einem Durchschnittspreis von 2400 Euro pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen und für Häuser mit 2500 Euro/m2. Auf der anderen Elbseite, in Drage, sind nach der Preisprognose die günstigsten Wohnungen zu haben. Dort müssen die Käufer im Mittel 1600 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche berappen.

Gerade im Bereich der Metropolregion liegen die tatsächlichen Preisanstiege dieses Jahres zum Teil noch über den vom Maklerbüro für 2018 erwarteten Werten. Der Grund sei „die anhaltende Nachfrageverschiebung zugunsten der Umlandgemeinden aufgrund des knappen Angebots und hohen Preisniveaus in den beliebten Wohnlagen im Hamburger Stadtgebiet,“ erläutert Lars Seidel, Geschäftsführer von Grossmann & Berger.

Im Trend 2015 bis 2019 klettern die Immobilienpreise im Umland mit einem Plus von 39,1 Prozent für Wohnungen und 18,5 Prozent für Häuser stärker als im Hamburger Stadtgebiet (Wohnungen: plus 26,5 Prozent, Häuser: 16,7 Prozent). Zudem schloss sich die Preisschere zwischen Häusern und Wohnungen – für beide beträgt der Durchschnittspreis gleichermaßen 3200 Euro/m2.

Größte Preiszuwächseim Raum Winsen

Davon profitierten auch Immobilieneigentümer im Süderelbraum. Der Trend 2019 zeigt allerdings klare regionale Unterschiede: Während die Preise für Standard-Eigentumswohnungen im Osten des Landkreises Harburg, in den Gemeinden Drage und Stelle sowie in der Kreisstadt Winsen, um zwölf bis 15 Prozent anziehen könnten, steigen sie in den Gemeinden Seevetal, Rosengarten und Buchholz um höchstens neun Prozent. Weiter westlich, in Neu Wulmstorf, Buxtehude und Jork, liegt der Zuwachs zwischen neun und zwölf Prozent.

Dieselbe Bandbreite sagen die Immobilienhändler für den Bezirk Harburg voraus – mit einem Ausreißer nach oben: In Langenbek könnten die Preise um 15 Prozent und mehr steigen. Mit Wertzuwächsen von mehr als zwölf Prozent kalkuliert Grossmann&Berger für die Stadtteile Sinstorf und für die Harburger City mit dem Binnenhafen.

In dem Vorzeigequartier legten die Angebotspreise nach dem Immobilienportal Immoscout24 von 2014 bis 2018 um gut 32 Prozent zu (Beispiel Harburger Schloßstraße). Dort werden mittlerweise Quadratmeterpreise von 3400 bis 4400 Euro aufgerufen. Für eine Straße in Hausbruch gibt das Portal dieselbe Steigerung an, aber auf einem niedrigeren Niveau (2000 bis 2600 Euro/m2).

Dieselbe Preisspanne ist für die Straße Elbdeich in Bullenhausen (Seevetal) angeben. Dort war der vierjährige Preisanstieg mit gut 30 Prozent kaum geringer. Für den gesamten Landkreis nennt Immoscout24 einen Anstieg von 31,4 Prozent für den Zeitraum 2014 bis 2018.

Eine Momentaufnahme zeigt eine Statistik der aktuellen Angebote (Zeitraum 26.11. bis 10.12.) von Eigentumswohnungen im Landkreis auf dem Internet-Portal Immowelt. Dort sind 211 Wohnungen im Angebot. Für 40 von ihnen werden weniger als 2000 Euro pro Quadratmeter verlangt.

Bei 101 Wohnungen liegt der Quadratmeter zwischen 2000 und 3000 Euro, bei 70 Wohnungen darüber. Im Bezirk Harburg sind 93 Wohnungen gelistet. 39 von ihnen kosten bis zu 3000 Euro/m2, 40 liegen zwischen 3000 und 4500 Euro/m2 und 14 darüber.

Der „anhaltende Nachfrageüberhang“ sei der Grund für die Preissteigerungen, so Grossmann&Berger. Der Bezirk versucht kräftig gegenzusteuern: Sein Wohnungsbauprogramm will in den kommenden Jahren knapp 7900 zusätzliche Wohnungen schaffen.

Wohnungsentwicklung im Bezirk Harburg

76.702 Wohnungen gab es laut Statistikamt Nord zum Jahresende 2017 im Bezirk Harburg. Das sind 3964 mehr als Ende des Jahres 2008.

Wohnungen mit drei Zimmern hatten mit einem Plus von 3058 Einheiten den größten Zuwachs, gefolgt von Zwei-Zimmerwohnungen (plus 2581) und Wohnungen mit nur einem Raum (plus 2354).

Ein Minus von 5015 Einheiten ist dagegen bei Vier-Zimmer-Wohnungen aufgetreten. Auch die Anzahl der Wohneinheiten mit fünf Räumen sank (-777). Gleichzeitig gab es einen Trend zu besonders großen Wohnungen: Die Zahlen der Wohnungen mit sechs oder mehr Zimmern legten gleichermaßen zu (plus 622 und plus 1141).

Den größten Anteil unter allen Wohnungen haben die Vier-Zimmer-Wohnungen mit 22.248 Einheiten.