Harburg
Adventskalender

Im Jobpoint öffnen sich Türen zum Arbeitsmarkt

Marc Andrews (l.) und Felix Bergmann unterstützen Arbeitssuchende im Jobpoint und öffnen ihnen Türen zum Arbeitsmarkt.

Marc Andrews (l.) und Felix Bergmann unterstützen Arbeitssuchende im Jobpoint und öffnen ihnen Türen zum Arbeitsmarkt.

Foto: Hanna Kastendieck / HA

Der Abendblatt-Adventskalender – Menschen, die Türen öffnen. Heute: Felix Bergmann und Marc Andrews von Team.Arbeit.Hamburg.

Manchmal kommen sich Felix Bergmann und Marc Andrews vor wie in einem Reisebüro. Nur dass die beiden Herren im Jobpoint keine Traumurlaube vermitteln. Vielmehr machen sie sich gemeinsam mit ihren Kunden unter dem Dach von Team-Arbeit.Hamburg auf eine Reise, deren Ziel zumeist unbekannt ist.

Bergmann und Andrews unterstützen gemeinsam in der Harburger Dependance des Jobcenters Menschen bei der Stellensuche. Sie optimieren oder entwerfen gemeinsam mit den Kunden Bewerbungsunterlagen, zeigen Strategien auf und informieren über Stellenangebote. „Wir beraten Menschen und weisen den Weg zum Arbeitsmarkt“, sagt Marc Andrews. „Wir öffnen Türen dadurch, dass wir Chancen eröffnen und die Möglichkeit schaffen, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen.“

Manchmal ist es nur eine einfache Frage zur Benutzung des Computers, Scanners oder Druckers, die für die Erstellung von Bewerbungsunterlagen im Jobpoint zu Verfügung stehen. Häufiger jedoch kommen jene, die noch ganz am Anfang stehen und nichts mitbringen außer den Willen, wieder in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Dann sind Bergmann und Andrews an ihrer Seite, erörtern mit den Kunden, wohin die Reise gehen soll, erstellen gemeinsam mit ihnen Lebenslauf und Anschreiben, beraten über Vorgehensweise und Ablauf des Bewerbungsprozesses.

„Wir versuchen gemeinsam herauszufinden, wo die Stärken des Kunden liegen und welche Aufgabe wirklich gut zu ihm passt“, sagt Marc Andrews. „Und wir ermutigen die Betroffenen, sich selbstbewusst zu präsentieren.“

Denn genau daran hapert es häufig. „Einen Job zu verlieren, ist ein Schlag ins Gesicht“, sagt Marc Andrews. Der 37-Jährige weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, arbeitslos zu sein. „Sich in dieser Situation aufzuraffen braucht viel Kraft.“

Felix Bergmann hat in seinen 41 Lebensjahren schon vielen Menschen in Grenzsituationen geholfen. Zunächst als Zivildienstleistender in der Ambulanten Pflege, später als Rettungssanitäter. Er leistete humanitäre Hilfe in Afrika und arbeite als Bestatter. Mit 30 begann er ein Studium der Wirtschaftspsychologie und bewarb sich anschließend beim Arbeitsamt. „Ich zeige den Kunden auch mal einen anderen Blickwinkel auf“, sagt er. So wie neulich, als eine Kundin kam, die nach dem achten Kind wieder in den Beruf einsteigen und sich für eine Stelle als Verkäuferin in einer Tankstelle bewerben wollte.

Felix Bergmann hörte sich ihre Geschichte an. Dann schüttelte er den Kopf. „Sie haben acht Kinder großgezogen“, sagte er. „Sie haben Persönlichkeit und Organisationstalent, können Stress bewältigen und sind flexibel.“ Gemeinsam entwickelten sie neue Bewerbungsunterlagen, mit denen die Kundin direkt im Unternehmen vorsprach. Sie bekam den Job. Selbst Lücken im Lebenslauf ließen sich positiv darstellen. „Natürlich war man weg vom Arbeitsmarkt“, sagt Felix Bergmann. „Aber was zählt ist doch, dass man jetzt wieder da ist!“