Harburg
Binnenhafen

Goldener Engel steht vor ungewisser Zukunft

"Der goldene Engel" in der Schloßstraße ist die älteste Gaststätte in Harburg

"Der goldene Engel" in der Schloßstraße ist die älteste Gaststätte in Harburg

Foto: Anima Berten

Gebäude mit historischem Gasthaus wurde an Immobilienentwickler verkauft. Pachtvertrag endet Mitte 2019. Sanierung tut not.

Harburg.  Harburgs ältestes Gasthaus, der Goldene Engel, steht vor einer ungewissen Zukunft. Das anno 1742/43 erbaute, denkmalgeschützte Fachwerkhaus an der Harburger Schloßstraße 7 wurde (mit dem angrenzenden Gebäude) im Mai an den Immobilienentwickler aestate verkauft. Gastwirtin Waltraud Hörlberger hofft, dass sie ihren traditionsreichen Betrieb weiterführen kann, sucht aber parallel nach einem alternativen Gastro-Standort im Binnenhafen.

Hörlberger hatte erst im September den Betrieb vom Harburger Gastronom und Veranstaltungs-Organisator Heiko Hornbacher in Eigenregie übernommen. „Zu dem Zeitpunkt war bereits klar, dass wir hier nur eine zehn Monate lange Übergangszeit haben werden“, sagt sie, „denn zum 30. Juni läuft der Pachtvertrag aus.“ Hörlberger leitete bereits die Gastwirtschaft, bevor sie sich mit Restaurant und Catering-Service selbstständig machte.

Der neue Inhaber Harburg aestate GmbH will das Gebäude im Rahmen des Denkmalschutzes modernisieren lassen. Er habe sich bislang sehr kooperativ gezeigt, sagen Hörlberger und Hornbacher, der den Goldenen Engel seit 2003 betrieben hatte. Er habe Verständnis dafür, „dass der Investor den Vertrag während der Planungsphase, nicht verlängert. Aber ich hoffe, dass es weitergehen wird.“

Vorläufig könne Frau Hörlberger bleiben, versichert Frank Andreas Kohl von der Harburg aestate GmbH: „Wir sind noch in einer frühen Planungsphase und streben ein gutes Verhältnis mit unseren Mietern an. Prinzipiell wollen wir das Grundstück verändern. Dabei bleiben die Denkmal-geschützten Gebäude natürlich erhalten, müssen jedoch saniert werden.“

In jedem Fall will Hörlberger im Binnenhafen bleiben: „Die Entwicklungen hier sind total spannend. Wir haben viele neue Gäste aus dem Quartier.“ Erste Angebote für neue Räumlichkeiten habe sie erhalten, sagt die Gastwirtin, aber die seien zu teuer. Dieses Problem könnte später auch am modernisierten alten Standort an der Schloßstraße auftauchen.