Harburg
Richtfest

Neues Wohnheim für Auszubildende

Wohnheim für Azubis: Patrick Fronczek von der Stiftung Azubiwerk bei der Grundsteinlegung des neuen Wohnheims am Helmsweg 30 (Visualisierung)

Wohnheim für Azubis: Patrick Fronczek von der Stiftung Azubiwerk bei der Grundsteinlegung des neuen Wohnheims am Helmsweg 30 (Visualisierung)

Foto: Azubiwerk / HA

Für 20 Millionen Euro entstehen am Helmsweg Zimmer für 191 Auszubildende. Im Erdgeschoss findet die Freiwillige Feuerwehr ein Domizil

Harburg.  Schöner wohnen für Auszubildende: Die Stiftung Azubiwerk hat am Helmsweg 30 jetzt den Grundstein für ein Wohnheim ausschließlich für Lehrlinge gelegt. Ein 20-Millionen-Euro-Projekt, dass rechtzeitig zum neuen Ausbildungsjahr 2019/2020 fertiggestellt sein soll. Es wird 191 jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren für die Dauer ihrer Ausbildung ein Zuhause auf Zeit bieten. Dass der feierliche Akt der Grundsteinlegung musikalisch von der Freiwilligen Feuerwehr Harburg begleitet wurde, ist kein Zufall. An der Fertigstellung des Neubaus hat sie ein besonderes Interesse, denn auf 600 Quadratmetern kann sie sich nach dem Ende der Bauzeit im Erdgeschoss ausbreiten – und damit endlich die alte Bleibe im Binnenhafen, von vornherein als Interimslösung gedacht, aufgeben.

Günstiger Wohnraum für Auszubildende ist nach wie vor knapp. Patrick Fronczek, Vorstand der Stiftung Azubiwerk, die 2016 ein erstes Wohnheim für 156 Auszubildende in Wandsbek eröffnet hat, weiß das: „Die Nachfrage ist enorm. Mehr als 4500 Absagen mussten wir in zwei Jahren erteilen, und wir sind sicher, die Zahl der Anfragen wäre noch höher, würden wir unser Angebot bewerben.“ Entsprechend groß sei die Unterstützung in der Politik. Dirk Kienscherf, Fraktionschef der SPD in der Hamburger Bürgerschaft, hob das in seinem Grußwort zur Grundsteinlegung hervor: „Für Azubis gibt es in Hamburg bisher deutlich zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Aus diesem Grund haben wir die Förderungsmöglichkeiten der Hamburgischen Investitions- und Förderbank so geändert, dass nun auch Azubi-Wohnheime gebaut werden können.“ Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müssten solche Angebote geschaffen werden, die mehr Flexibilität auf dem Ausbildungsmarkt ermöglichten.

Der Neubau mit insgesamt 4600 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche bietet auf acht Geschossen Platz für 191 jeweils 14 Quadratmeter große Zimmer in Einzelappartements sowie Zweier- und Vierer-Wohngemeinschaften. Der Preis pro Zimmer liegt im Schnitt bei 220 Euro Netto-Kaltmiete.

Doch das Heim will mehr als nur günstiges Wohnen bieten: Für die Auszubildenden stehen zahlreiche Gemeinschaftsflächen – insgesamt mehr als 460 Quadratmeter – zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem zwei Gemeinschaftsküchen, gemütliche Loungebereiche mit Sofas, Beamer und Soundsystem. Aber auch Billardtische und Kicker gehören zur Ausstattung. Als Clou wird zudem die Dachterrasse zum Entspannen angepriesen.

Weil viele der künftigen Bewohner minderjährig sein werden und damit per Gesetz der Heimaufsicht unterliegen, wird rund um die Uhr ein pädagogischer Mitarbeiter als Ansprechpartner vor Ort bereitstehen. Ein Team von Fachkräften wird die Auszubildenden unter der Prämisse „Begleiten statt Betreuen“ dabei unterstützen, eigenständig und selbstverantwortlich die ersten Schritte außerhalb des eigenen Elternhauses zu bestreiten. Dazu gehören neben unterschiedlichen Beratungsangeboten auch gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Das Zusammenleben folgt den Regeln der Hausordnung, die sowohl für die minderjährigen als auch die volljährigen Bewohner gelten: „Auf den Zimmern herrscht Rauchverbot, hochprozentiger Alkohol darf nicht getrunken werden und Übernachtungsbesuch ist ausschließlich am Wochenende erlaubt und muss zuvor abgestimmt werden. Es ist dieser pädagogische Ansatz, der das Besondere des Konzeptes der Stiftung ausmacht.

Bewerbungen: azubiwerk.de/zum-formular