Harburg
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600 alte Bäume sollen an der Kuhtrift gefällt werden

Etwa 15.000 Bäume stehen im Waldgebiet der ImmoForst OHG an der Kuhtrift in Heimfeld.  

Etwa 15.000 Bäume stehen im Waldgebiet der ImmoForst OHG an der Kuhtrift in Heimfeld.  

Foto: Lars Hansen / xl

Waldeigentümer Heinrich Schabert will 600 Bäume im Alter von 80 bis 100 Jahren absägen lassen.

Harburg.  In naher Zukunft werden im Waldgebiet an der Kuhtrift die Sägen kreischen: „In den nächsten Wochen wird ein Naturverjüngungseinschlag oben an der Buskehre/Heimfelder Straße durchgeführt, bei der etwa 90 Prozent der dortigen Altbäume weichen müssen“, kündigt Waldeigentümer Heinrich Schabert an. Die betroffenen Bäume seien bereits mit roter Farbe für die Fällung gekennzeichnet.

„Mit dieser Maßnahme befinden wir uns im Einklang mit dem Hamburger Landeswaldgesetz und der Naturschutzgesetzgebung“, betont Schabert. Ihm gehört die ImmoForst OHG, ein Familienunternehmen im fränkischen Dinkelsbühl. Über Jahre hatte er versucht, in einem Teil des 50 Hektar großen Privatwaldes einen Kletterpark zu errichten. Das haben ihm die für Forstwirtschaft zuständige Wirtschaftsbehörde und die Umweltbehörde nicht genehmigt. Deshalb will Schabert seinen Wald nun forstwirtschaftlich nutzen. Er macht keinen Hehl daraus, dass ihn das Nein zum Kletterpark weiterhin ärgert, auch wenn das Thema für ihn gelaufen sei, so Schabert.

Angesichts der geplanten Fällung von 600 Bäumen im Alter von rund 80 bis 100 Jahren und der Tatsache, dass Schabert Hamburg Wasser untersagt hat, Rohrtrassen zu zwei neuen Tiefbrunnen zu verlegen, bezeichnete ein SPD-/CDU-Antrag Schabert als „nachtragenden Unternehmer aus Bayern, der seinen Willen zur Gewinnmaximierung nicht bekam“. Das hat ihn offenbar getroffen. Als Reaktion lud Schabert alle Fraktionsvorsitzenden der Bezirksversammlung zu einer Waldführung ein.

Die Fraktionschefs Uwe Schneider (CDU), Britta Herrmann (Grüne) und Ulf Bischoff (AfD) ließen sich am Freitag die geplanten Arbeiten erläutern. Alle drei bezeichnen den eineinhalbstündigen Spaziergang als sehr informativ. „Herr Schabert hat uns erzählt, wie er zu dem Grundstück gekommen ist, hat uns seine Sicht zum gescheiterten Kletterpark geschildert und auch gesagt, dass er ständig Müll aus dem Wald räumen muss“, sagt Schneider. Er habe keine Probleme mit den Fällungen.

Ulf Bischoff zitiert Schaberts Argument, dass die Natur davon profitiere, wenn mehr Licht auf den Waldboden falle: „Das wird die biologische Vielfalt erhöhen.“ Der Einschlag sei schon recht großräumig, sagt Britta Herrmann. „Aber wenn die Wirtschaftsbehörde zustimmt, wird es seine Richtigkeit haben.“

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) habe keinen Einfluss auf den Beginn der Fällungen, werde aber anhand der Einschlagsplanung kontrollieren, ob die Hamburger Bestimmungen eingehalten werden, sagt Behördensprecherin Susanne Meinecke. „Die BWVI hat Herrn Schabert gebeten, die Holzeinschlagsplanung und die Daten zur zehnjährigen forstlichen Betriebsplanung zuzuleiten, sobald ihm diese vorliegen. Dies ist bislang noch nicht geschehen.“