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Zinnwerke sollen zum Kulturzentrum werden

Kreativquartier Zinnwerke in Wilhelmsburg. Während die städtische Kreativgesellschaft ein offenes Verfahren zur Etablierung eines amtlich genehmigten Standortes plant, wollen die bisherigen Nutzer vor allem eines: bleiben.

Kreativquartier Zinnwerke in Wilhelmsburg. Während die städtische Kreativgesellschaft ein offenes Verfahren zur Etablierung eines amtlich genehmigten Standortes plant, wollen die bisherigen Nutzer vor allem eines: bleiben.

Foto: Marcelo Hernandez

Kreativ Gesellschaft sammelt Ideen und Wünsche für ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept.

Wilhelmsburg.  Im Süden Hamburgs soll ein Areal, auf dem heute schon Künstler und Kreative aktiv sind, zur festen Institution werden: Die Hamburg Kreativ Gesellschaft erarbeitet ein Nutzungskonzept für die ehemaligen Zinnwerke am Wilhelmsburger Veringkanal. Interessierte der Kultur- und Kreativwirtschaft, aber auch Anwohner und entferntere Nachbarn sind eingeladen, sich mit Ideen, Vorstellungen oder Kommentaren einzubringen.

Schon heute gibt es ein Kreativzentrum in den ehemaligen Elektrolysehallen der Zinnwerke (Am Veringhof 7). Die alten Werkshallen, in denen von 1903 bis 1963 das Metall aus Zinnerzen und zinnhaltigen Rückständen gewonnen wurde, sind Schauplätze für Theatervorführungen und Flohmärkte, bieten Raum für Ateliers, Büros und Werkstätten.

Doch es wird Geld gebraucht, um das Areal zu erhalten, zu sanieren (etwa was den unzureichenden Brandschutz betrifft) und dauerhaft zu nutzen. Die Bezirksversammlung Mitte hatte im Sommer beschlossen, die Kulturschmiede in den alten Werkshallen zu unterstützen – vorausgesetzt, es gibt ein langfristig tragendes Nutzungskonzept. Um dies zu entwickeln, stellten die Bezirkspolitiker 60.000 Euro zur Verfügung.

„Eine dauerhafte Zukunft für den Veringhof scheint erstmals möglich. Dafür braucht es das beste Konzept. Für Wilhelmsburg und für Hamburg“, sagt Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft. Sie sammelt derzeit im Internet Ideen, Vorstellungen und Wünsche, die bis Anfang Januar 2019 schriftlich oder bildhaft eingebracht werden können.

Zusätzlich sind zwei Workshops geplant: Am 23. November sind Anwohner und Gewerbetreibende aufgefordert, im Wilhelmsburger Bürgerhaus (Mengestraße 20) Konzepte und Ideen vorstellen und diskutieren. Am 28. November sind Kulturschaffende und Kreative aus ganz Hamburg eingeladen, dasselbe zu tun – in den Räumlichkeiten der Kreativ Gesellschaft im Oberhafenquartier (Stockmeyerstraße 41-43).

Rühl hofft auf rege Beteiligung: „Das Konzept kann nur aus der Zusammenarbeit vieler entstehen, weil es die Zustimmung vieler benötigt.“ Die Kreativ Gesellschaft sei gespannt auf die Beiträge und freue sich darauf, gemeinsam eine dauerhafte Perspektive für das Areal Veringhof 7 zu erarbeiten.

Gesucht werden „zukunftsfähige, wirtschaftlich tragfähige Konzepte und Ideen, die zu dem Ort mit seiner Geschichte passen und gleichermaßen an die Vorstellungen der Nachbarschaft wie auch an die Bedürfnisse der Hamburger Kultur- und Kreativwirtschaft anknüpfen“.

Sammelplattform für Ideen, weitere Informationen: www.kreativgesellschaft.org/veringhof