Harburg
Neugraben-Fischbek

Uwe-Seeler-Halle: Sanierung ist abgeschlossen

Bei der Begehung im Sommer sah die Halle noch fast wie ein Rohbau aus

Bei der Begehung im Sommer sah die Halle noch fast wie ein Rohbau aus

Arbeiten dauerten rund acht Monate und kosteten gut 2,5 Millionen Euro. IBA und TV Fischbek laden zur Wiedereröffnung am 27. Oktober.

Fischbek.  Es hat viel von einem Stoßseufzer. „Was länge währt, wird endlich gut“, hat Jörg Muche, der Vorsitzende des TV Fischbek, über seine Einladung zur Wiedereröffnung der Uwe-Seeler-Halle am 27. Oktober geschrieben – und angefügt: „Das Ergebnis war die Mühe wert.“

Acht Monate, so lange hat sie gedauert, die Sanierung und Instandsetzung der maroden Sporthalle. Ein Projekt, das insgesamt mit 2,54 Millionen Euro zu Buche schlug und ohne den Zuschuss des Bundesinnenministeriums gar nicht zu wuppen gewesen wäre. Doch das machte 1,14 Millionen Euro locker, abgeschöpft aus dem Topf für „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur.“ Für die IBA Hamburg, die Internationale Bauausstellung, die die Arbeiten für den Bezirk ausführte, und das Bezirksamt, ist es nicht weniger als eine Investition in die Zukunft. „Diese Kapazitäten werden ganz dringend benötigt“, sagte Anke Jobmann, Harburgs Dezernentin für Soziales, Jugend und Gesundheit, als sie sich unlängst vor Ort selbst ein Bild vom Fortgang der Arbeiten machte. Es liegt auf der Hand: Neu­graben-Fischbek wird in den nächsten Jahren um einige tausend Einwohner wachsen. Viele von ihnen werden dann das Neubaugebiet Fischbeker Reethen auf dem alten Bundeswehrstandort beleben. Sie brauchen Infrastruktur, Sportangebote inklusive.

Welche Bedeutung der 1972 errichteten Sporthalle schon jetzt zukommt, davon kann beim TV Fischbek jedes einzelne Mitglied ein Lied singen. Das Ende der Arbeiten wurde von ihnen mehr als sehnsüchtig herbeigewünscht. TVF-Vorsitzender Muche bündelte das vor kurzem in diesem kernigen Satz: „Wir scharren alle mit den Hufen.“

Man ahnt, die Sanierung hat Nerven gekostet und den Sportbetrieb des Vereins ordentlich durcheinandergewirbelt. Schon deshalb, weil alles doch ein bisschen schlimmer war, als angenommen. Ursprünglich sollten die Arbeiten in den warmen Monaten ausgeführt werden, wenn viele Sportarten ohnehin draußen ausgeübt werden. Es kam anders: Die Halle musste schon im Herbst gesperrt werden – zu groß waren die Witterungsschäden am Hallendach.

Aber es ist wohl, wie Muche in seiner Einladung schreibt: Die Mühen haben sich gelohnt. Unter anderem wurde ein neuer Sportboden mit Fußbodenheizung verlegt, der alte hatte beträchtliches Gefälle. Außerdem wurden neue Umkleide- und Gymnastikräume sowie Sanitäranlagen geschaffen. Außen an der Halle wurde eine Isolationsschicht aufgebracht und einfache Fenster durch lichtdurchlässige, aber blick- und wärmedichte Polycarbonblöcke ersetzt.

Genutzt wird die Halle aber nicht allein von den Sportlern des TV Fischbek. Auch die Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT), der FC Süderelbe und das Freizeitzentrum Sandbek nutzen die Halle regelmäßig für ihr Training. Als sie nach dem Abrücken der Bundeswehr aus Fischbek abgerissen werden sollte, war es allerdings der TVF, der diesen Plan stoppte. Damals übernahm schließlich das Bezirksamt die Sporthalle und schloss mit dem Verein einen Vertrag über den Betrieb der Halle. Es darf getrost angenommen werden, dass das für den TVF nicht immer ein Zuckerschlecken war. Das Gebäude ist in einer Zeit hochgezogen worden, als von Wärmedämmung noch kein Mensch sprach. Außerdem waren Dach und Fenster teilweise undicht – immense Heizkosten die Folge.

Mit der Wiedereröffnung beginnt für die Uwe-Seeler-Halle nun das, was im zwischenmenschlichen Bereich gerne als zweiter Frühling bezeichnet wird: runderneuert und auf Vordermann gebracht, wird jetzt noch mal richtig durchgestartet.

Sehr zur Freude all jener, die die Halle künftig nutzen. Euphorisch wie nach einem Medaillensieg klingt auch IBA-Chefin Karin Pein: „Wir sind sehr stolz darauf, dass es uns gemeinsam mit vielen Akteuren gelungen ist, die Uwe-Seeler-Halle zu retten und dem wachsenden Stadtteil wieder zur Verfügung stellen zu können.“