Harburg
Buxtehude

Ausstellung erinnert an das Werk Erhard Michels

Kulturforum am Hafen zeigt Bilder des Künstlers – darunter die preisgekrönte „Frau mit Badewanne“

Buxtehude. Erhard Michel (1928-1995) war ein international erfolgreicher Künstler, dessen Werk Porträts, Illustrationen und Radierungen umfasst. Er wurde 1928 in Zladnig (heute Tschechien) als Sohn eines Lehrerehepaars geboren. Mit 15 Jahren wurde er Flakhelfer und erlebte dabei die Grauen des Krieges und die anschließende Vertreibung. Um 1950 kam er nach Nürnberg und schlug sich als Gelegenheitsarbeiter durch. In dieser Zeit zeichnete er viel und besuchte die Berufsoberschule, wo er es zum Leiter der abendlichen Mal- und Zeichenklasse brachte. Michel studierte Pädagogik und wurde Lehramtsanwärter an Nürnberger Schulen. 1956 zog er als Dorfschullehrer nach Fiegenstall und 1961 nach Weißenburg in Bayern.

Erhard Michel war als Lehrer sehr erfolgreich, versuchte aber durch Selbststudium von Bilderproduktionen, sich eine solide Ausgangsbasis für seine autodidaktischen künstlerischen Versuche zu schaffen.

1960 erfuhr er von dem Wettbewerb um den Helena-Rubinstein-Preis, gestiftet von der New Yorker Kunstsammlerin Helena Rubinstein. Er reichte drei Bilder ein, darunter „Frau und Badewanne“. Gegen den heftigen Widerstand abstrakter Interessenten der Jury erhielt die „rote Frau“ den mit 20.000 D-Mark hochdotierten ersten Preis. Mit einem Schlag wurde Erhard Michel nicht nur in Süddeutschland, in den deutschen Galerien, bei den wichtigsten Kunst- und Kulturzeitschriften, sondern auch bei Kunstinteressierten und -studenten bekannt. 1967 zog er nach Buxtehude und 1984 nach Harsefeld. Mit den Schülern der Grund- und Hauptschule Stieglitzweg in Buxtehude brachte er erstaunlich gute Arbeiten zustande. In diese Zeit fallen neben seiner fortgeführten Porträtmalerei zeichnerische und grafische Arbeiten. 1994, im Jahr seiner schweren Erkrankung, entstanden Bilder, die den bisher schon von Michel variabel gestalteten Bildraum geradezu erschüttern. Obwohl von ihm selbst bestritten, spricht vieles dafür, dass sich darin ein andeutendes Wissen um sein weiteres Schicksal seinen künstlerischen Ausdruck gefunden hat. Am 28. Mai 1995 starb Erhard Michel.

Eröffnung Sonntag, 14. Oktober, 11 Uhr, Kulturforum am Hafen, Hafenbrücke 1, Buxtehude, der Eintritt ist frei. Ausstellung bis 2. Dezember