Harburg
Heimfeld

AKH: Neubau für 25 Millionen Euro fast fertig

Foto: Katharina Geßler / HA

In Heimfeld entsteht zweitgrößte Endoskopie Hamburgs. 5000 Eingriffe pro Jahr angepeilt. Neues Zentrum teilweise in Betrieb genommen.

Heimfeld.  Dass auf dem Gelände des Asklepios Klinikums Harburg (AKH) gebaut wird, daran haben sich Patienten, Besucher und Mitarbeiter längst gewöhnt. Da gab es zunächst den ersten Bauabschnitt: Für gut 50 Millionen Euro wurde das Haus 1 hochgezogen – ein fünfstöckiger Neubau mit zentraler Notaufnahme im Erdgeschoss und Herzkatheterlabor samt Operationssaal sowie allen intensivmedizinischen Einrichtungen der Klinik in den oberen Stockwerken.

Jetzt ist auch der zweite Bauabschnitt – Ende 2015 eingeläutet – auf der Zielgerade. Das Haus 8b, ein elfstöckiger Neubau gleich neben dem Haupteingang, ist fast fertig und nun teilweise in Betrieb genommen.

Knapp 25 Millionen Euro investieren die Asklepios Kliniken und die Stadt Hamburg in diesen Neubau, Sitz des neuen Endozentrums, betrieben von Experten der Gastroenterologie (Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse) und der Pulmologie (Lungenerkrankungen).

Sechs Untersuchungs- und Eingriffssäle, davon jeweils drei für die Gastroenterologie und drei für die Lungenabteilung, gehören zu dem gut 600 Quadratmeter großen Herzstück des Neubaus. Im ersten Schritt hat die Gastroenterologie die neuen Räumen jetzt bezogen. Im kommenden Jahr folgt die Lungenabteilung.

Silvia Ramstein, seit fast 40 Jahren Krankenschwester am AKH und nach entsprechender Zusatzausbildung Leiterin des sogenannten Funktionsdienstes, war von Anfang an eingebunden in die Planung der neuen Räume und künftigen Abläufe. Das Glück über ihr neues Arbeitsumfeld, ist ihr anzusehen: „Seit 25 Jahren habe ich darauf hingearbeitet“, sagt sie.

Knapp 20 Mitarbeiterinnen gehören zu ihrem Team, noch verteilt auf zwei Standorte. Doch nach dem Umzug der Lungenabteilung im kommenden Jahr in das neue Endozentrum, ist auch das Geschichte – und Silvia Ramstein hat endlich, was sie immer wollte: alles an einem Ort, alle unter einem Hut.

Davon, sagt sie, profitierten Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen: „Für unser Endo-Team geht ein Traum in Erfüllung. Wir sind nah beieinander, können uns schnell untereinander helfen. Und natürlich freuen wir uns über die großen, hellen Räume.“ Genau wie die Patienten, die obendrein besonders dankbar seien für die im neuen Endozentrum herrschende Ruhe. Die soll auch dann noch erhalten bleiben, wenn das Endozentrum komplett in Betrieb ist – mit dann mehr als 5000 Untersuchungen und Eingriffen jährlich.

Bei einer Endoskopie wird eine Sonde samt Optik in eine Körperhöhle eingeführt. Aktuell komme man im AKH auf 2500 bis 3000 solcher Eingriffe, sagt Silvia Ramstein. Nach der Zusammenlegung mit der Lungenabteilung beherbergt das neue Endozentrum die zweitgrößte Endoskopie Hamburgs. Leiter des Zentrums sind Professor Dr. Stefan Christl (Chefarzt Gastroenterologie) und Privatdozent Dr. Gunther Wiest (Chefarzt Lungenabteilung).

Neben dem Endozentrum, dem Herz des neuen Hauses 8b, beherbergt der Neubau künftig unter anderem auch eine Station für Gefäßchirurgie und plastische Chirurgie, die Nephrologie (Nierenkrankheiten) sowie ein Schlaflabor und eine Station eigens für Privatpatienten.

Ingesamt sind in dem Neubau, bestehend aus einem Querbau mit aufgesetztem Turm, 482 Räume (einschließlich Fluren und Aufzügen) untergebracht. Die Bruttogrundfläche wird mit exakt 9342 Quadratmetern angegeben. Zum Vergleich: die durchschnittliche Wohnfläche eines Ein-Familienhauses liegt in Deutschland bei 150 Quadratmetern.

Mindestens 200 Bauarbeiter leisteten insgesamt rund 90.000 Arbeitsstunden. Sie verlegten 47 Kilometer Datenkabel und gut 90 Kilometer Stromkabel: Das entspricht ungefähr der Länge der Elbe von Blankenese bis zur Mündung in die Nordsee. Und für alle, die auch das noch wissen möchten: Im neuen Gebäude gibt es 700 LED-Lampen und 521 Türen.

Die Arbeiten, die jetzt noch anstehen, sind sozusagen kosmetischer Natur. Bis Sommer 2020 werden die Übergänge zu den bestehenden Stationen im Haupthaus geschaffen beziehungsweise angepasst und Stationen dort saniert. Danach aber soll dies die Nachricht sein: Das AKH hat fertig gebaut. Ein Ereignis, das die Klinik mit einem großen Fest feiern wird (der Termin steht noch nicht fest).

Es soll Besuchern einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen und auch ein Dank an die Mitarbeiter sein. Philip Noack, Geschäftsführender Direktor des AKH, erklärt, warum ihm das wichtig ist: „Unsere Mitarbeiter haben in der Vorbereitung und Realisierung unseres neuen Endozentrums hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind begeistert mit wie viel Herzblut und guten Ideen sie unserer Vision vom modernsten Gesundheitsdienstleiter in der Region Süderelbe beigetragen haben.“

Das AKH in Zahlen

Gut 1800 Mitarbeiter kümmern sich im Asklepios Klinikum Harburg (AKH) um die Patienten. Das drittgrößte Krankenhaus Hamburgs verfügt über 868 Betten und 128 tagesklinische Plätze.

Ein Schwerpunkt ist die Versorgung von Notfallpatienten. Allein in der zentralen Notaufnahme werden jedes Jahr 48.000 Kranke versorgt. Neben den sogenannten somatischen Fachbereichen gehört zum Klinikum auch ein psychiatrischer Bereich: zusätzlich zur Erwachsenenpsychiatrie gibt es eine spezialisierte Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Seit rund 160 Jahren ist das AKH in Harburg verwurzelt. Die Testamentsverfügung eines Harburger Handwerksmeisters ermöglichte 1861 den Bau eines Krankenhauses mit 60 Betten, das allerdings im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört wurde: die mediziischen Abteilungen verlegte man deshalb 1949 in die Dominik-Kaserne am Eißendorfer Pferdeweg.

2014 wurde der Neubau, das Haus 1, eröffnet – mit zentraler Notaufnahme einem Herzkatheterlabor samt OP sowie Intensivbereichen.