Harburg
Fleestedt

Drei Werke für Streichquartett erklingen in Fleestedt

Fleestedt. Bei einem Kammerkonzert mit Katharina Weiß und Stefan Herrling, Violine, Bettina Rühl, Viola, und Clara Grünwald, Violoncello, alle vom Philharmonischen Staatsorchester, erklingen in der Christuskirche Flee-stedt Streichquartette von Joseph Haydn (B-Dur op.33/4), von Charles E. Ives String Quartet No. 2 und von Alexander von Zemlinsky Nr. 2 op.15.

Der Amerikaner Charles Ives schrieb sein „besseres“ zweites Streichquartett nach eigenen Angaben „aus Protest gegen die Banalisierung und Verweichlichung der Streichquartettmusik“. Das Werk beschreibt Aktionen zwischen vier Männern, die sich unterhalten, streiten, vertragen – eine Modernisierung der Goetheschen Beschreibung der Königsdisziplin Streichquartett: „Vier vernünftige Leute unterhalten sich“. Als Vorreiter der Avantgarde bringt Ives in seiner Musik eine Gesellschaft ohne Schranken und Repressionen zum Ausdruck. In Europa komponierte von Zemlinsky etwa zur gleichen Zeit sein zweites Streichquartett. Der von Franz Werfel als „Urmelodiker“ bezeichnete und für „diese Wärme, diesen nur ihm eigenen Überschwang“ gelobte Komponist stand zwischen Tradition und Fortschritt. Er gilt als Romantiker und war doch Impulsgeber für die Entwicklung der Zweiten Wiener Schule um Schönberg. Mit dem Streichquartett von Haydn geht es zurück in die Anfangsphase der Gattungsgeschichte.

Sonntag, 6. Oktober, 19 Uhr, Christuskirche Fleestedt, Westpreußenweg 17, Eintritt 15 und 18 Euro