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Ein Seevetaler ist Deutschlands Bierkönig

Hobbybrauer Meisterschaft Krenkler Seevetal

Hobbybrauer Meisterschaft Krenkler Seevetal

Foto: Störtebeker Brauerei / HA

Bei der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer erreichte Markus Krenkler den ersten Platz. Sein süffiges „Witbier“ entsteht am Herd

Seevetal.  Im Dänemark-Urlaub vor einem Jahr hat es bei Markus Krenkler klick gemacht. Der Seevetaler nahm mit seiner Familie an einer Brauerei-Führung teil, und als es hieß, dass früher jede Hausfrau ihren eigenen Sud gekocht habe, dachte er sich: Wenn das so leicht ist, probiere ich es einfach mal selbst! Gesagt getan, die heimische Küche verwandelte sich fortan regelmäßig zur zünftigen Bierstube, gemeinsam mit einem Nachbarn stieg Krenkler immer tiefer in die Welt der Braukunst ein. Den hohen Grad seines Könnens
hat ihm jetzt eine Fachjury aus Brauern und Biersommeliers bescheinigt: Sie hat den 46-Jährigen auf der 2. Deutschen Meisterschaft zum besten Hobbybrauer gekürt.

Der Betriebsingenieur, der in der chemischen Industrie arbeitet, konnte sich im Störtebeker Brauquartier Stralsund mit seiner süffigen Kreation gegen 119 Konkurrenten durchsetzen. „Eigentlich dachte ich ja, dass die Teilnahme an so einem Wettbewerb angesichts meiner geringen Erfahrung noch viel zu früh wäre“, sagt er. Doch da sollte er sich täuschen. Sein Witbier, das traditionell aus Belgien stammt und aus Weizen, Orangenschalen und Koriander hergestellt wird, überzeugte die Jury mit einer spritzig-fruchtigen Aromatik und der dezent würzigen Note derart, dass sie ihm den ersten Platz gab. „Ich wollte relativ dicht am Klassiker bleiben und habe nur Kleinigkeiten wie etwa die Reihenfolge der Zutaten-Eingabe geändert“, erläutert er.

Krenkler braut sein Bier zu Hause ohne eigene Brauanlage, ein schlichter Küchentopf genügt. Teures Brau-Equipment für mehrere tausend Euro kam für ihn bisher nicht in Frage. Dabei fand sein allererster Brau-Versuch im Thermomix der Ehefrau eines Bekannten statt. „Im Internet hatte ich dazu ein ganz einfaches Rezept gefunden.“ Nach etwa drei Stunden hatte er zwei Liter Bier zusammengebraut – Krenkler war begeistert und wollte mit dem Brauen unbedingt weitermachen. Den Thermomix brauchte er dazu gar nicht.

Demnächst werden 8000 Liter der Krenkler-Kreation gebraut

Er belegte im Februar gemeinsam mit seinem Nachbarn einen Braukurs in Hamburg, schaffte sich spezielle Rohstoffe und Brau-Utensilien an, blieb aber dem Küchentopf treu. „Wenn ich zehn Liter Bier in einem Durchgang herausbekomme, reicht mir das vollkommen“, sagt er. Freunden, Bekannten oder seiner Frau werden regelmäßig die neuesten Entwicklungen der Marke Eigenbrau zur Verkostung gereicht. „Mir hat es schon immer Spaß gemacht, unterschiedliche Lebensmittel auszuprobieren.“ Dass im Ausland als Erstes ein deutsches Bier in seinem Einkaufswagen landet, kommt quasi nicht vor. Er greift immer zu einheimischen Sorten. Krenkler liebt die kulinarische Abwechselung und entdeckt gerne die Vielfalt anderer Länder, sowohl bei Getränken als auch beim Essen.

Bier hat er dabei schon immer besonders gemocht. „Tendenziell mehr als Wein“, fügt er hinzu. Er besucht gerne Bierfestivals und hat Lust darauf, sich mit anderen Brauern und Bier-Interessierten auszutauschen. Ob er das zukünftig auch auf anderen Wettbewerben machen wird, wird sich zeigen. Sein Job, seine Familie – Krenkler hat auch noch andere Interessen und sieht das Brauen vielmehr als spannendes Hobby. Ein Brauprozess dauert drei bis fünf Stunden, so viel Zeit hat er meistens nur am Wochenende oder am Freitag, wenn er bei der Arbeit früher Schluss machen konnte. „Zum Brauen braucht man Ruhe, man muss aufpassen, wann man was dazugeben muss.“

Im kommenden Dezember wird Krenkler erst einmal sein Sieger-Witbier bei Störtebeker im großen Stil nachbrauen, das ist Teil seiner Siegprämie. 8000 Liter werden dann im Stralsunder Brauhaus hergestellt, die auch über ausgewählte Einzelhändler in den öffentlichen Verkauf gehen. Dann wird sich zeigen, ob seine Kreation auch den Geschmack anderer Bier-Liebhaber trifft.