Harburg
Festakt

TUHH: Seit 40 Jahren ein Ort für schlaue Köpfe

v.l.: Prof. Rainer-Maria Weiß, Direktor Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, Prof. Ed Brinksma, Präsident TUHH

v.l.: Prof. Rainer-Maria Weiß, Direktor Archäologisches Museum Hamburg und Stadtmuseum Harburg, Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, Prof. Ed Brinksma, Präsident TUHH

Foto: Angelika Hillmer / HA

Harburgs Uni feiert Geburtstag.Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank misst ihr eine große Rolle in Hamburgs Entwicklung zu

Harburg.  „Die Technische Universität ist seit 40 Jahren der Ort im Norden für schlaue Köpfe mit zündenden Ideen und technischem Talent.“ Mit dieser Feststellung gratulierte Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin, am Freitagnachmittag der TUHH zum 40-jährigen Bestehen. Rund 400 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur waren der Einladung zum offiziellen Jubiläums-Festakt gefolgt. Sie erlebten, wie Fegebank geradezu ins Schwärmen geriet, als sie über die Zukunft Hamburgs als Wissenschaftsmetropole sprach und über die wichtige Rolle, die die Harburger Techno-Uni dabei spiele.

Am 22. Mai 1978 wurde die Technische Universität Hamburg-Harburg, kurz TUHH, gegründet. Ihre Wurzeln liegen an der Harburger Schlossstraße 20. Anno 1979 bezog der Gründungsprofessor Hans Günter Danielmeyer mit seinen Mitarbeitern das ehemalige Verwaltungsgebäude des Harburger Pflanzenöl-Verarbeiters Thörl. Präsident Heinrich Mecking entwickelte die junge Universität in seiner Amtszeit (1987–1993) so erfolgreich weiter, dass der inzwischen an der Eißendorfer Straße entstandene Campus schnell Richtung Norden wuchs. Heute stehen dort 16 Gebäude, mit dem Hauptgebäude gegenüber des Schwarzenbergs als Aushängeschild.

Zu den Männern der ersten Stunde zählt auch Dr. Lothar Behlau. Der Verfahrenstechniker hatte die Matrikelnummer 1 und war 1982 einer der ersten fünf Studierenden an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. „Wir fühlten uns nicht als eine Studierendengruppe, sondern eher als ein etwas exotisches Grüppchen von Fachhochschul-Absolventen an einer Technischen Universität, an der zu 99,7 Prozent geforscht wurde“, erinnert er sich. Behlau arbeitet heute bei der Fraunhofer Gesellschaft in München.

Ursprünglich für 2500 Studierende geplant, hat die TUHH heute rund 7800 Studierende; davon etwa 20 Prozent aus dem Ausland. Die Techno-Uni soll weiter wachsen, auf 10.000 Studierende. Das wird hauptsächlich im Binnenhafen geschehen, im Projekt Hamburg Innovation Port, das Arne Weber (HC Hagemann) an der Blohm­straße realisiert.

Diese Entwicklung ist beispielhaft für die Bedeutung der Technischen Universität für den Bezirk Harburg. Prof. Rainer-Maria Weiß, Direktor des Archäologischen Museums und des Stadtmuseums Harburg, verglich sie mit der Entwicklung, die die spanische Stadt Bilbao genommen hat. In seinem Vortrag „Bilbao an der Süderelbe“ beschrieb Weiß den sogenannten Bilbao-Effekt. Er besagt, dass heruntergekommene Städte durch einen städtebaulichen Leuchtturm (in Bilbao das Guggenheim-Museum) so stark aufgewertet werden können, dass sie sich in seinem Licht großartig entwickeln können. Die Technische Universität spielt diese Rolle für Harburg, so Weiß: „Harburg war über Jahrhunderte nicht viel mehr als ein Dorf. Es wurde mit der Industrialisierung groß. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts rauchten überall Schlote, selbst in der Innenstadt. Harburg war der schmutzige Industrievorort Hamburgs. Dann kam in den 1960er und 1970er Jahren der wirtschaftliche Niedergang. Die Gründung der Technischen Universität kam gerade noch rechtzeitig, um den Verfall aufzuhalten und im Bezirk einen Strukturwandel auszulösen, der Harburg zu einem attraktiven Standort gemacht hat.“

Walter Conrads, Vorsitzender des TUHH-Hochschulrates betonte: „Der Gründungsauftrag der Technischen Universität, Technik für Menschen zu entwickeln, ist immer noch aktuell.“ Er sprach auch das Ziel an, die TUHH zu einer der besten Technischen Universitäten Deutschlands zu machen. Der amtierende TU-Präsident Prof. Ed Brinksma erläuterte den Weg dorthin. Die Universität werde das Netzwerk mit Industrie und Wirtschaft weiter stärken. Inspiration sei gefragt. Und die Gesellschaft spiele eine immer wichtigere Rolle: „Technologie ist oft hoch kompliziert. Sie muss verstanden werden. Was passiert, wenn die Gesellschaft nicht mitgenommen wird, zeigt der Widerstand gegen die Gentechnologie.“

Anlässlich des TU-Jubiläums findet der Hamburger „Tag des Wissens“ ausschließlich in Harburg statt. Fast 20 Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen sind zu Gast: Sonnabend, 22. September, 13–18 Uhr, Am Schwarzenberg-Campus 1