Harburg
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Größtes Hotel Hamburgs in Harburg? Politik hat noch Fragen

Bisher nur eine Simulation: das neue Hotel am Kanalplatz

Bisher nur eine Simulation: das neue Hotel am Kanalplatz

Foto: HC Hagemann / beyond.

Im Binnenhafen will der Harburger Unternehmer Arne Weber schon 2019 ein Gebäude mit 600 Zimmern und 18 Stockwerken bauen.

Harburg.  18 Stockwerke, etwa 70 Meter hoch und 600 Zimmer mit Hafenblick: Mit einem solchen, ehrgeizigen Hotelprojekt ist jetzt der Harburger Unternehmer Arne Weber an die Öffentlichkeit getreten. Das Hochhaus mit der markanten, metallischen Fassade soll direkt am Westlichen Bahnhofskanal und gegenüber vom Kanalplatz mitten im Harburger Binnenhafen bereits Ende 2020 bezugsfertig sein. Geplanter Baubeginn ist 2019.

Gemessen an der Zimmerzahl dürfte es dann das größte Hotel Hamburgs sein. Zwar sind viele weitere Hotelprojekte für die Hansestadt gerade in der Planung oder im Bau, doch so viele Zimmer wird voraussichtlich keines davon haben. Bisher gilt das Radisson Blu am Dammtor-Bahnhof mit 556 Zimmern als das größte Hotel der Stadt.

Dennoch zeigt sich die örtliche Bezirkspolitik in Harburg offensichtlich eher skeptisch angesichts dieser rekordverdächtigen Pläne für ihren Bezirk. „Noch sind viele Fragen offen, für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh“, sagt etwa in einer ersten Stellungnahme der Vorsitzende der SPD-Bezirksfraktion Jürgen Heimath. Man wisse noch gar nicht, ob ein solches Gebäude dort überhaupt „hinpasst“. Auch die Frage, wo denn die entsprechenden Parkplätze geschaffen werden sollen, sei noch völlig unklar.

Ähnlich verhalten ist auch die Reaktion des Harburger CDU-Bezirksfraktionschefs Ralf-Dieter Fischer. Man habe noch reichlich viele „inhaltliche Bedenken“, sagt der CDU-Politiker und führt als Beispiel ebenfalls die Frage nach Parkplätzen an. Eine Tiefgarage sei wegen des Baugrunds kaum möglich, aber Platz gebe es auf dem Grundstück bei einer solchen Größe des Bauwerks auch nicht. „Man kann nicht irgendwo weit weg Parkplätze schaffen,“ sagt Fischer. Politisch verhindern könne man ein solches Vorhaben aber wohl nicht, weil der gültige Bebauungsplan dort eine Hochhausbebauung ausdrücklich vorsieht.

Bedenken wegen der Parkplätze kommen auch von der Linkspartei: „Selbst, wenn nur ein Sechstel der Gäste mit dem Auto anreist, wären das schon wieder 100 Fahrzeuge mehr in einem Quartier, in dem es Pendlern und Anwohnern jetzt schon an Stellplätzen mangelt“, sagt der Linken-Fraktionsvorsitzende Jörn Lohmann.

Ansonsten sei von seiner Seite aber wenig gegen das Hotel einzuwenden, so Lohmann weiter. „Auf dieser Seite des Kanals steht ein Hotel nicht in Flächenkonkurrenz mit Wohnungsbau. Damit ist es ein Gewerbebau im Gewerbegebiet und nicht zu beanstanden. Insgesamt müssen wir aber gerade in attraktiven Lagen, wie dem Binnenhafen, aufpassen, dass lukrative Gebäude wie Hotels nicht den Wohnungsbau einschränken.“

Unterstützt wurden die Pläne von Weber, der das Hotel selbst betreiben will, indes bereits von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hamburg Invest, die in Kooperation mit dem Bezirk Harburg einen Hotelentwicklungsplan für den Süderelbebereich Hamburgs erstellt hatte und hier viel Potenzial sieht.

Dieser Plan nehme mit dem Weber-Projekt nun „konkrete Formen an und wird den Standort nachhaltig aufwerten“, sagt Hamburg-Invest-Chef Rolf Strittmatter, der das Harburger Hafen-Hotel-Projekt Anfang Oktober dann auch auf der Immobilien-Messe Expo Real in München vorstellen will. Sie gilt allgemein als einer der wichtigsten Tummelplätze der internationalen Immobilienszene.l