Harburg
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Fairer Handel: Gütesiegel für den Harburger Weltladen

Siegel für den Weltladen Harburg: Jürgen F. Bollmann und Karin Helberg-Scheimann vom Vorstand der Genossenschaft freuen sich über die Auszeichnung

Siegel für den Weltladen Harburg: Jürgen F. Bollmann und Karin Helberg-Scheimann vom Vorstand der Genossenschaft freuen sich über die Auszeichnung

Foto: Katharina Geßler / HA

Dachverband vergibt das Label alle zwei Jahre. Ehrenamtliche bieten auf knapp 100 Quadratmetern 2500 Artikel aus aller Welt an.

Harburg.  Die Atmosphäre im Weltladen Harburg an der Hölertwiete 5 ist stets entspannt: der Raum ist hell, die Produktpalette von exotisch bis bunt – ein angenehmer Ort für alle, die gern stöbern und ein Auge fürs Spezielle haben. Gestern allerdings war zumindest zeitweilig etwas anders als sonst.

Es war ungewohnt wuselig, die Stimmung bei allen nichtsdestotrotz hervorragend. Denn zusammengekommen war hier die ehrenamtliche Crew des Weltladens, die sich über eine besondere Auszeichnung freute: Carsten Elwers, Geschäftsführer des Ladens und damit der einzige Angestellte im Raum, übergab das Siegel der World Fair Trade Organization (WFTO).

Der Weltladen-Dachverband vergibt dieses Label alle zwei Jahre nach sorgfältiger Überprüfung. Die Harburger Crew hat dieses Monitoring schon mehrmals über sich ergehen lassen – jedes Mal mit Erfolg.

Ganz offiziell wird dem gut 20-köpfigen Team, das während der Öffnungszeiten (Di-Fr, 9.30-18 Uhr und Sa, 9.30 bis 14 Uhr) abwechselnd in dem Laden Dienst schiebt, bescheinigt, dass es hervorragende Arbeit leistet: dass die Produkte aus fairem Handel stammen, intensive bildungspolitische Arbeit betrieben wird und der Mix der Produkte stimmt.

Auf 96 Quadratmetern werden aktuell 2500 Artikel angeboten, sagt Geschäftsführer Elwers – mehr als die Hälfte aus dem Bereich des Kunsthandwerks (Schmuck, Schalen, Taschen, Wanduhren). Der Rest sind Lebensmittel. Besonders nachgefragt wird Kaffee, zum Beispiel aus Honduras oder Kolumbien. Andere Erzeugnisse kommen aus Indien, Chile, Vietnam oder Südafrika.

Ganz gleich, ob es um Zucker, Wein oder Schals geht, die Waren stammen von anerkannten Fair-Handels-Importeuren wie Gepa, dwp, BanaFair, Globo oder El Puente. Oder werden direkt von den Produzenten im Ausland beziehungsweise übers Internet bestellt. In jedem Fall werden die Waren fair bezahlt, will sagen: die Erzeuger bekommen Preise, die ihnen ein verlässliches Einkommen sichern.

Fairer Handel ist seit den 1960er Jahren in Europa zu einer internationalen Bewegung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel geworden.

Der Weltladen Harburg ist hervorgegangen aus einer Idee von Bernd Kähler, seinerzeit Pastor der evangelischen St. Trinitatis-Gemeinde. Fair gehandelte Waren wurden zunächst nach den Gottesdiensten im Vorraum und später auch auf dem Wochenmarkt verkauft. Dann gab es einen Laden an der Julius-Ludowieg-Straße – und seit drei Jahren nun das Domizil im Haus der Kirche.

Wie fair ist der Transport über das Meer? Die Bildungsgruppe des Weltladens informiert am Donnerstag, 27. September, 19 bis 21 Uhr, im Haus der Kirche (Saal), Hölertwiete 5. Der Eintritt ist kostenfrei.