Harburg
Hittfeld

Hittfelder Landfrauen feiern 70-jähriges Bestehen

Ihren 70. Geburtstag feierten die Hittfelder Landfrauen mit

Ihren 70. Geburtstag feierten die Hittfelder Landfrauen mit

Foto: Christiane Tauer

Alles andere als eine altmodische Truppe: Verein fördert seit 1948 gesellschaftliches Miteinander von Frauen aller Generationen.

Hittfeld.  Hittfelder Landfrauen? Was nach Küchenkittel und Holzpantinen klingt, ist ein lebendiger Verein, der jedes Jahr ein umfangreiches Programm auf die Beine stellt – von der Schottlandreise über Kochkurse und einem Vortrag über multiresistente Keime bis hin zum Kaffeegespräch mit Unternehmer Albert Darboven. In diesem Jahr begehen die Damen aus „Hittfeld und Umgegend“, wie der Landfrauenverein offiziell heißt, ihr 70-jähriges Bestehen.

Neben Hittfeld und dem Großteil der anderen Seevetaler Ortschaften gehören auch Klecken und Harmstorf zu dem Zusammenschluss. „Manche Neubürger glauben, wir wären eine altmodische Truppe“, sagt Vereinsvorsitzende Anita Kröger-Roeschen. Doch das seien die Hittfelder Landfrauen in ihrem Gründungsjahr 1948 nicht gewesen, und heute schon gar nicht.

Es war im Jahr der Währungsreform, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als sich 79 Frauen zusammenschlossen und Elisabeth Meyer-Meyermann zu ihrer ersten Vorsitzenden wählten. Sie veranstalteten Kurse über Nutzgärten, Vorrats- und Geflügelhaltung, eben alles, was die Hausfrau auf dem Lande interessierte.

Doch die Landfrauen bewiesen schon damals auch soziales Engagement und luden beispielsweise Kinder aus dem zerbombten Berlin dazu ein, unbeschwerte Wochen bei Hittfelder Familien zu verbringen. Die Schirmherrin dieser Aktion, Herzogin Viktoria-Louise von Braunschweig-Lüneburg, besuchte dazu Elisabeth Meyer-Meyermann.

Zu dem ersten Kreislandfrauentreffen im Gasthaus Krohwinkel im Jahr 1951 kamen 500 Landfrauen aus dem gesamten Landkreis zusammen. Als Kellner wurden die Schüler der Landwirtschaftsschule Tostedt eingespannt, die „Herren Jungens“ sollten Kaffee ausschenken. „Heute eine Selbstverständlichkeit, aber 1951 musste es den Herren sehr deutlich erklärt werden“, erzählt die Ex-Vorsitzende Dörte Hagemann.

Ein fester Bestandteil des Landfrauen-Programms waren und sind die Reisen. Ihr erster Ausflug führte sie 1949 zu einem Geflügelzuchtbetrieb in Hanstedt, 1977 und 1983 ging es schon in die weite Welt, nach Japan. An erster Stelle steht jedoch die Aus- und Weiterbildung der Frauen auf dem Lande, was ein Blick in das Angebot des Kreisverbandes belegt.

Dort gibt es Kurse zur Altenpflegehelferin, Tagesmutter oder zur Seniorenbegleiterin. „Die Hittfelder Landfrauen wollen die ländliche Kultur und das gesellschaftliche Miteinander von Frauen aller Generationen und Berufsgruppen fördern“, sagt Anita Kröger-Roeschen. Der Zusammenhalt sei sehr gut und die Treue zu ihrem Verein bemerkenswert.

Dass davon auch gerade neu hinzugezogene Frauen profitieren können, betont die Zweite Vorsitzende Birgit Diercks. „Sie können bei uns schnell Anschluss finden und müssen nicht lange alleine bleiben.“ Das Alter der Mitglieder reiche von Anfang 50 bis über 80. Gerade für Jüngere könne es bereichernd sein, auf ältere Frauen zu treffen und sich mit ihnen zu unterhalten. „Die Lebenserfahrung der Älteren ist groß, und dadurch sieht man seine eigenen Sorgen vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel.“