Harburg
Buchholz

Gefährliche Nordring-Kreuzung soll Kreisverkehr erhalten

Bauausschuss empfiehlt, Geld zur Planung der neuen Ostumfahrung von Buchholz spätestens 2019 bereitzustellen

Buchholz. Die Tage der von FDP-Frontmann Arno Reglitzky gern als „US-ähnliches Bonanza-Provisorium“ gescholtenen Kreuzung Nordring/Hamburger Straße/Buenser Weg sind offenbar gezählt. Der Kreisbauausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit einen Antrag der Gruppe Freie Demokraten/Freie Wähler befürwortet, die Kreuzung als Kreisverkehr auszubauen und die erforderlichen Kosten in den Nachtragshaushalt 2018 aufzunehmen. „Das ist ein längst überfälliger Schritt, denn der momentane Zustand ist dem Bürger einfach nicht länger zuzumuten“, sagte Reglitzky dem Abendblatt.

Jüngsten Frequenzmessungen zufolge hat sich die Verkehrsdichte an diesem neuralgischen Knoten im Norden der Stadt im Laufe der vergangenen zehn Jahre fast verdoppelt. Mitte 2017 summierten sich die Verkehrsströme dort auf bis zu 27.600 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden. Für Reglitzky ist der zeitnahe Umbau der Kreuzung deshalb auch eine „sicherheitstechnische Notwendigkeit“, die keinen längeren Aufschub duldet.

Das deutliche Votum des Ausschusses kam dennoch überraschend. Laut dem jüngsten, fast 100 Seiten umfassenden Gutachten zum Thema seien an dieser Stelle grundsätzlich zwar Ampeln wie Kreisel sinnvoll. Von weiteren Planungen sollte aber abgesehen werden, bis es Klarheit über den Trassenverlauf der Ostumfahrung gibt.

Ostumfahrung soll direkt in Kreisel am Nordring münden

Bereits bei der ursprünglichen „Ostring-Planung“ war ein Kreisverkehr zur Einmündung in die Hamburger Straße vorgesehen. Daran sollte aus Sicht der SPD-Kreisfraktion unbedingt festgehalten werden. Am 4. September hat sie deshalb in einem eigenen Antrag gefordert, den Anschluss der Ostumfahrung an den Nordring „geradlinig über den in Planung befindlichen Kreisverkehrsplatz“ zu realisieren.

„Das ist aus mehreren Gründen vorteilhaft“, argumentierte der SPD-Kreistagsabgeordnete Norbert Stein. Einerseits sei der Nordabschnitt des Buen­ser Wegs wegen seines ursprünglichen Verwendungszwecks in Querschnitt und Bauweise für den Anschluss „sehr gut geeignet“. Zudem sorge der enge Verlauf neben dem inzwischen erstellten Lärmschutzwall zur Buchholzer „Märchensiedlung“ für eine größtmögliche Reduzierung der Schallimmissionen im angrenzenden Wohngebiet.

„Selbstverständlich führt die Einbeziehung eines bereits vorhandenen, intakten Straßenteils zur Reduzierung der Kosten und der Bauzeit“, so Stein. Eine Trasse, die sich in weiten Teilen an vorhandene Wege anlehne, könnte nicht zuletzt zur Rechtssicherheit der gesamten Planung beitragen.

Der Vorfestlegung auf eine Verbindung zwischen Ostumfahrung und Kreisverkehr am Nordring wollte die Mehrheit des Kreisbauausschusses indes nicht folgen. Während der Antrag der Kreistagsgruppe CDU/WG, „eine auskömmliche Summe für die Wiederaufnahme der Planung einer östlichen Umfahrung“ im Nachtragshaushalt für 2019 einzustellen, befürwortet wurde, fiel der SPD-Antrag durch.