Harburg
Neu Wulmstorf

Feuer zerstört Mehrfamilienhaus

800.000 Euro Schaden – zwölf Neu Wulmstorfer zunächst ohne Bleibe – Schuhgeschäft unter Wasser

Neu Wulmstorf. In der Nacht zu Donnerstag hat ein Wohnungsbrand ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus in Neu Wulmstorf bis auf Weiteres unbewohnbar gemacht. Flammen schlugen gegen 0.50 Uhr aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss des Gebäudes am Marktplatz. Einer der ersten Feuerwehrleute vor Ort war Olaf Bruhn, stellvertretender Gemeindebrandmeister aus Neu Wulmstorf: „Die Wohnung stand bei unserem Eintreffen im Vollbrand. Von beiden Seiten konnten wir Feuerschein sehen.“

Sofort gingen die Feuerwehrleute in das Gebäude. Im Flur trafen die Retter den Bewohner der Wohnung an. Der 45-Jährige hatte noch selbst versucht, die Flammen zu löschen. Doch alle Versuche schlugen fehl. Der 45-Jährige atmete giftigen Rauch ein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Über ein Flachdach und vom Flur aus löschten die Rettungskräfte dreier Ortsfeuerwehren den Brand. Dichter Rauch zog dabei durch den Wohnkomplex. Parallel dazu gingen weitere Feuerwehrleute von Wohnung zu Wohnung und retteten die Nachbarn. Insgesamt zwölf Neu Wulmstorfer wurden aus dem Mehrfamilienhaus in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr und Rettungsdienstleitstelle in Winsen löste deswegen Großalarm für den Rettungsdienst aus. Die Sanitätern aus Elstorf, wurden von Einheiten aus dem Landkreis Stade und Hamburg unterstützt.

Für die Bewohner wurde vor dem Rathaus ein Zelt aufgebaut, das sie gegen die nächtliche Kälte schützte. Notärzte untersuchten die Betroffenen. Glücklicherweise waren alle Nachbarn unverletzt. Sie kamen zum Teil bei Verwandten unter, einige von ihnen quartierte die Gemeinde Neu Wulmstorf in einem Hotel ein. Wann die Bewohner wieder in ihre Wohnungen können, war am Donnerstag noch nicht bekannt.

Auch Wolf-Egbert Rosenzweig, Bürgermeister der Gemeinde Neu Wulmstorf, machte sich in der Nacht vor Ort ein Bild von der Lage. „Wir haben vor dem Wohnkomplex schon länger ein Problem mit Falschparken“, sagte Rosenzweig dem Abendblatt. Auch in der Brandnacht stand ein PKW direkt auf dem Marktplatz vor dem Mehrfamilienhaus. Hätten hier weitere Autos in der Fußgängerzone geparkt, wäre die Drehleiter der Feuerwehr kaum in Stellung gebracht werden können. Gerade ein solches Fahrzeug war für die Feuerwehr bei dem Brand wichtig. Die Feuerwehrleute, die mit Atemschutz von dem Flachdach den Brand löschten, waren per Drehleiter hinaufgebracht worden.

Nach gut zwei Stunden war der Brand gegen 3 Uhr vollständig gelöscht. Sofort begannen die Ermittlungen zur Brandursache. Beamte der Spurensicherung fotografierten die Brandstelle. Fest steht bisher, dass das Feuer im Wohnzimmer ausgebrochen ist. Die Polizei geht nach ersten Schätzungen von einem Schaden in Höhe von mindestens 800.000 Euro aus. Die Polizei hat die Wohnung beschlagnahmt.

Doch nicht nur die Wohnungen in dem Gebäude wurden durch das Löschwasser, das Feuer und den Rauch zum Teil stark beschädigt. Unter der Brandwohnung liegt ein Schuhladen. Vermutlich durch die Hitze des Feuers brach ein Heizungsrohr in der Decke. Unmengen Wasser strömten in den Schuhladen und setzten einen Teil des Geschäfts unter Wasser. Eine Mitarbeitern versuchte noch, so viele Schuhe wie möglich aus dem Wasser zu retten. Auch Feuerwehrleute packten mit an. Bis der Wasserschaden behoben ist, bleibt das Schuhgeschäft geschlossen.