Harburg
Lüneburg

Lüneburgs „Roter Hahn“ ist komplett saniert

Das historische Kulturhaus beherbergt vor allem junge Künstler, die dort neben Ateliers auch Wohnungen finden

Lüneburg. Er liegt unerwartet in einer eher unscheinbaren Nebenstraße der Lüneburger Innenstadt – und bezaubert mit Attributen, die Elke Frost, Vorstandsvorsitzende der Lüneburger Bürgerstiftung, so beschreibt: „Einer der schönsten Orte in Lüneburgs geschäftiger Innenstadt ist der Hof des ,Roten Hahn‘.“ Die Lüneburger Bürgerstiftung hat sich in den vergangenen Jahren stark gemacht, um das historische Gebäudeensemble zu erhalten und mit neuem Leben zu füllen.

Nun ist das Ziel erreicht: Die aufwändige, jahrelange Sanierung und Restaurierung ist beendet. Am Sonntag wurde das Ergebnis bei einem kleinen Empfang im Hof des Roten Hahns hat s feierlich allen Förderern und Mäzenen, sowie Handwerkern, Nachbarn, Mietern und Freunden des alten Hauses präsentiert.

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge bekannte sich zum Roten Hahn als Teil des kulturellen Erbes der Stadt und als Stück Kulturpolitik. Er bedankte sich für die vielfältige Unterstützung und sagte: „Dieses große bürgerschaftliche Engagement zeichnet unsere Stadt aus.“ Architekt Gunnar Schulze erläuterte einzelne Schritte und Aufgaben der Restaurierung. Für einen der großen Mäzene spricht Christian Burgdorff vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt. Ferner erläutert Uwe Lüders sein Konzept für die von ihm gespendete Stipendiatenwohnung. Und schloss mit den Worten: „Allmählich entwickelt sich das hier zu einem kleinen Kunstzentrum.“

Der Rote Hahn wurde im Jahre 1478 das erste Mal in historischen Akten erwähnt und diente von Beginn an der Armenfürsorge und wohltätigen Zwecken. Heute wohnen vor allem junge Künstler und Kulturschaffende in dem denkmalgeschützten Ensemble, das die Autorin Doris Böker in der Denkmaltopographie der Hansestadt Lüneburg als „eine in ihrer Geschlossenheit bedeutende Anlage im norddeutschen Raum“ beschreibt.

Die Lüneburger Bürgerstiftung ist seit 2005 im Besitz der Anlage. Wenige Jahre später förderten bauphysikalische Untersuchungen gravierende Mängel und Sanierungsbedarf im Fassaden- und Dachbereich, im Mauerwerk, an Fenstern, Türen und Treppen zu Tage. Auch energetisch war einiges zu tun. Die Bürgerstiftung und die Hansestadt Lüneburg legten ein Sanierungskonzept mit vier großen Bauabschnitten vor. Die erste Kostenschätzung lag bei einer Million Euro, am Ende hat die Sanierung rund 1,5 Mio. Euro gekostet.

Diese Riesensumme konnte die Bürgerstiftung nur mit Hilfe der Hansestadt Lüneburg, mit der von großen Förderern und vielen privaten Mäzenen gemeinsam bezahlen. Die Stiftung nutzte den Empfang, um sich bei allen für die Unterstützung zu bedanken.