Harburg
Hitffeld

Speeldeel findet eine neue Bleibe

Anne Albers, Axel Hansen und Siegfried Schreiber (v.l.) von der Hittfelder Speeldeel freuen sich auf ihren neuen Probenraum

Anne Albers, Axel Hansen und Siegfried Schreiber (v.l.) von der Hittfelder Speeldeel freuen sich auf ihren neuen Probenraum

Foto: Christiane Tauer / HA

Hittfelder Theaterverein kann möglicherweiseschon bald in das alte Feuerwehrhaus in Bullenhausen einziehen.

Hittfeld.  Aufatmen bei der Hittfelder Speeldeel. Nachdem das plattdeutsche Theaterensemble mehr als zwei Jahre auf der Suche nach einer neuen Bleibe war, zeichnet sich nach Informationen des Hamburger Abendblatts jetzt eine Lösung ab: Das ehemalige Feuerwehrhaus am Lührsweg in Bullenhausen kann höchstwahrscheinlich die neue Unterkunft der Laienspielgruppe werden. Vereinsvorsitzender Axel Hansen hat am gestrigen Montag einen entsprechenden Nutzungsantrag bei der Gemeinde Seevetal abgegeben. Der Antrag wird am 24. Oktober im Ortsrat Over/Bullenhausen behandelt.

„Wenn der Ortsrat grünes Licht gibt, könnten wir theoretisch direkt umziehen“, sagt ein erleichterter Axel Hansen. Bisher nutzt die Speeldeel das ehemalige Gerätehaus der Hittfelder Feuerwehr an der Harburger Straße als Proberaum sowie zur Lagerung ihrer Requisiten und der Licht- und Tontechnik. Das Gebäude ist baulich in keinem guten Zustand, durch das Dach regnet es in den Technikraum hinein, überall riecht es nach Schimmel. Dennoch sind die Laienschauspieler froh, das Feuerwehrhaus, das in Besitz der Gemeinde ist, seit dem Jahr 2000 nutzen zu dürfen.

Als dann jedoch vor zwei Jahren die Planungen für das Areal rund um das benachbarte Gasthaus „Zum 100-Jährigen“ immer konkreter wurden, läuteten bei Hansen die Alarmglocken. Die Entwürfe sahen nämlich den Abriss des Feuerwehrhäuschen vor, und der Vereinsvorsitzende wusste sofort: Wenn wir bis dahin nicht eine neue Unterkunft gefunden haben, ist nicht nur das Haus weg, sondern vielleicht auch wir als Verein.

Er formulierte daraufhin einen Antrag an die Verwaltung, in dem er die Nöte der Speeldeel schilderte. „Das Ärgerliche war, dass wir nie eine offizielle Antwort auf dieses Schreiben erhalten haben“, sagt Hansen. Als dann im vergangenen Jahr der Seevetaler Gemeinderat die Pläne für die Neugestaltung des gesamten Areals beschloss, war die Speeldeel immer noch im Ungewissen.

Mit Hochdruck machte sie sich daraufhin auf die Suche nach einer neuen Bleibe, doch die gestaltete sich als äußerst zäh. Jede Möglichkeit schien zu verpuffen – ganz abgesehen davon, dass der Verein keine Miete des freien Wohnungsmarkts zahlen kann.

Das Gebäude der Polizei am Vogelsang kam zum Beispiel nicht in Frage, weil die Gemeinde es für die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft vorgesehen hatte. Auch die leerstehende Bücherei, auf die die Speeldeel ein Auge geworfen hatte, wurde letztlich doch anders verplant.

Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung sollen jetzt dort einziehen. Eine weitere Alternative, ungenutzte Räume über der Hittfelder Spielbank, fiel deswegen durch, weil die Räume im ersten Stock liegen. „Wir können mit unseren Requisiten nicht immer Treppen steigen“, sagt Hansen.

Die Zeit saß ihm im Nacken, denn voraussichtlich Anfang kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten am „100-Jährigen“ beginnen. Was also tun? Als dann erstmals die Sprache auf das alte Spritzenhaus der Feuerwehr Bullenhausen kam, schöpfte die Speeldeel Hoffnung. Das Gebäude fungiert derzeit nur noch als Dorfhaus, da die Feuerwehr seit 2013 gemeinsam mit der Wehr aus Over am neuen Standort Oversand angesiedelt ist.

Einziges Hindernis ist, dass in der Garage ein sogenannter Baumbiegesimulator der Feuerwehr untergestellt ist. Für den müsste ein anderer Standort gefunden werden – sollte die Speeldeel dort tatsächlich einziehen dürfen.

Hansen betont allerdings, dass sein Verein nur einen Teil des Gebäudes benötigen würde. Der Versammlungsraum könne weiterhin von der Dorfgemeinschaft genutzt werden. Zudem geht der Vorsitzende davon aus, dass das Feuerwehrhaus in Bullenhausen nur eine Übergangslösung ist. „Sicherlich wäre es schön, wenn wir als Hittfelder Speeldeel auch tatsächlich in Hittfeld ansässig wären.“

Das Beispiel der Theatergruppe „De Steenbeeker“ aus Buchholz, die zwar in Buchholz-Steinbeck gegründet wurde, ihre Vereinsräume aber am Holzweg neben dem Buchholzer Schwimmbad haben, zeigt jedoch, dass der Standort letztlich für die Außenwirkung keine so große Rolle spielt. Die Speeldeel blickt nun gebannt auf den 24. Oktober, wenn der Ortsrat über das Thema diskutiert.

Die Seevetaler Gemeindeverwaltung ist zumindest optimistisch, dass alles klappen wird. Sollte das wirklich der Fall sein, können die Schauspieler langsam mit dem Packen anfangen. Dabei müssen sie sich auch noch um das Wesentliche kümmern, und das sind ihre Auftritte. Derzeit laufen die Proben für ihr neues Theaterstück „De Goos de toveel weet“. Premiere ist am 10. November im Dörphus Hörsten.

Sieben Aufführungen

Das neue Stück der Hittfelder Speeldeel heißt „De Goos de toveel weet“ und wird an sieben Terminen aufgeführt. Premiere ist am 10. November, 17 Uhr, im Dörphus Hörsten. Es folgen Auftritte in Harmstorf, in der Burg Seevetal, im Freilichtmuseum Kiekeberg und im Bürgerhaus Meiendorf in Hamburg.

Inhaltlich geht es in dem Stück um die zwei Brüder Ludger und Karl-Heinz Stolle, die einen Bio-Gänsemastbetrieb führen. Als der eine ohne Wissen des anderen eine forsche Tiermedizinstudentin für ein Praktikum mit an Bord holt, findet die junge Frau schnell heraus, dass die Tiere mit illegalen Substanzen fettgefüttert werden. Sie mischt diese „aus Rache“ Karl-Heinz kurzerhand unters Essen. Das zieht fatale Folgen nach sich ...

Alle weiteren Infos gibt es im Internet unter www.hittfelderspeeldeel.de