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Bendestorf

Von Bendestorf nach Buchholz: Buslinie bleibt

Für weitere zwei Jahre soll die Nahverkehrsroute befahren werden – Nutzung ist nur gering

Bendestorf.  Die Buslinie 4208 zwischen Bendestorf und Buchholz wird es laut einstimmigem Beschluss des Gemeinderates für zwei weitere Jahre geben. „Wenn wir die Linie jetzt aufgeben, bekommen wir sie nie wieder“, sagte Bürgermeister Bernd Beiersdorf.

Im Dezember 2016 war die Verbindung gestartet worden. „Das ist für unsere kleine Gemeinde ein Meilenstein in puncto öffentlicher Personennahverkehr“, hatte Ex-Bürgermeister Hans-Peter Brink die Einrichtung seinerzeit überschwänglich gefeiert, damit werde „ein attraktives Angebot für Jung und Alt“ geschaffen.

Die großen Hoffnungen auf eine intensive Nutzung haben sich indes bis heute nicht erfüllt. Eine Frequenzanalyse von Ende Mai dieses Jahres ergab, dass innerhalb einer repräsentativen Woche nur 82 Fahrgäste die Busse in Richtung Buchholz und 88 in der Gegenrichtung bestiegen haben. Von Montag bis Freitag nutzten zwischen 6 und 22 Passagiere die sieben Busse pro Tag.

„Von den Berufspendlern wird die Verbindung offenbar nicht angenommen. Es ist schon frustrierend die weitgehend leeren Busse vorbeifahren zu sehen“, sagte Burkhard Schonlau von der Bendestorfer Wählergemeinschaft. CDU-Ratsfrau Heidemarie Nemitz plädierte aber dafür, den Bendestorfern eine neue Chance zu gewähren: „Wir sollten jetzt noch mal richtig Werbung für die Buslinie machen.“

Gunnar Herr von den Grünen verwies auf den Wert der Verbindung nach Buchholz vor allem für Jugendliche: „Die Buslinie bedeutet ein Stück Unabhängigkeit von Elterntaxis. Diese Freiheit sollten wir ihnen auf jeden Fall erhalten.“ Zumal es ja einen positiven Trend gebe, weil die Nutzerzahlen gestiegen seien.

Diese These hält einem Vergleich mit der Zählung im September 2017 allerdings nicht stand. Da wurde an Werktagen immerhin noch ein Schnitt von 24 Fahrgästen pro Tag nach Bendestorf und 25 nach Buchholz registriert. So gesehen ist die Nachfrage sogar gesunken.

Die Auslastung der Busse sei „weit hinter den Erwartungen zurück geblieben“, hatte die Abteilung Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) beim Landkreis bereits vor einem Jahr konstatiert. Um die Linie wirtschaftlich betreiben zu können, bedürfe es mindestens fünf Fahrgäste pro Tour. Vor einem Jahr lag die Quote jedoch schon unter vier Passagieren pro Bus.

Zwei Probleme haben die Ratsmitglieder ausgemacht. Zum einen könnten die eingesetzten Busse des Betreibers KVG Stade wegen ihrer Größe das Seniorenheim nicht anfahren. Zum anderen fehle es noch immer an der von vielen Bürgern gewünschten Einbindung von Klecken mit seinem HVV-Anschluss.

Trotzdem wollen Bendestorf und Buchholz weiter je 14.000 Euro pro Jahr in die Buslinie investieren, 42.000 Euro steuert der Landkreis bei. Zur Kostendämpfung sollen jetzt alle Fahrten am Sonnabend gestrichen werden.