Harburg
Lüneburg

Im Landkreis sind noch 379 Ausbildungsplätze unbesetzt

Köche werden dringend gesucht. Doch es gibt wenig Interesse

Köche werden dringend gesucht. Doch es gibt wenig Interesse

Foto: Jens Büttner / picture alliance / dpa

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wirbt für Branche. Lehrlinge erhalten ein Entgelt von 820 bis 1125 Euro. 15 Plätze sind frei.

Lüneburg.  Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind im Landkreis Harburg noch 379 offene Ausbildungsplätze bei der Arbeitsagentur gemeldet. Darauf hat jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. Die NGG appelliert an Schulabgänger, sich in der Lebensmittelbranche umzuschauen.

„Vom Industriekaufmann bis zur Getränke-Laborantin – die Ernährungswirtschaft bietet ein breites Spektrum, Perspektiven und im späteren Job einen überdurchschnittlichen Verdienst“, sagt NGG-Geschäftsführer Steffen Lübbert. Im Kreis Harburg zählt die Branche laut Arbeitsagentur noch 15 offene Ausbildungsplätze.

Die Lebensmittelindustrie sei zuletzt attraktiver geworden, sagt Lübbert: „Hinter Cola und dem Fruchtjoghurt stecken Hightech und Know-how. Eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik deckt von der Anlagensteuerung bis zur Produktentwicklung eine breite Palette ab. Wie kaum eine andere Branche verändert sich die Ernährungswirtschaft durch die Digitalisierung – von der Produktion über die Lieferkette bis zum Kunden-Feedback per Social Media. Hier sind gerade ,Digital Natives‘ gefragt, die mit dem Smartphone oder Tablet aufgewachsen sind.“

Neben dem Lebensmitteltechniker suchen Betriebe nach NGG-Angaben insbesondere auch Mechatroniker- und Informatiker-Nachwuchs. Die Vergütungen liegen in der Süßwarenindustrie zwischen 820 Euro im ersten und 1125 Euro im letzten Lehrjahr – und damit höher als beispielsweise im Kfz-Handwerk. Nach der Ausbildung erhält eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik in der Süßwarenindustrie 2700 Euro Grundlohn pro Monat.

Außerdem hat die NGG ein tarifliches Weihnachtsgeld sowie Zuzahlungen des Arbeitgebers in die betriebliche Altersvorsorge durchgesetzt. Lübbert: „Wer etwas Originelles sucht, wird in der Lebensmittelindustrie fündig. Zum Beispiel als Azubi zum Speiseeishersteller.“ Weitere Informationen rund um die Ausbildung gibt es im Netz unter: www.berufenet.arbeitsagentur.de

Zugleich ruft die NGG die Arbeitgeber auf, sich um eine bessere Berufsausbildung zu bemühen. Mit 89 Ausbildungsplätzen auf 100 Bewerber ist Niedersachsen laut DGB Schlusslicht beim Lehrstellen-Angebot.