Harburg
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Bewährungshelfer kommen zurück nach Harburg

Neues Domizil gefunden, Mietvertrag unterschrieben. Das Team musste Ende März nach Eimsbüttel wechseln. Ab 2019 ist es wieder da

Harburg. Es wird zwar noch eine Weile dauern, aber jetzt steht fest: Die Bewährungshilfe kehrt zurück nach Harburg. Vermutlich zwar erst zum Jahreswechsel, aber: ein neues Domizil ist am Schloßmühlendamm 8-10 gefunden, der Mietvertrag unterschrieben!

Immerhin 18 Jahre lang war das sechsköpfige Team der Bewährungshilfe an der Knoopstraße eine feste und verlässliche Größe im sozialen Netz des Bezirks. Doch Ende März musste diese Zweigstelle des Bezirksamts Eimsbüttel, in dem alle Fäden der Bewährungshilfe für Erwahsene in Hamburg zusammenlaufen, geschlossen werden: Der Mietvertrag lief aus. Seit Längerem war bekannt, dass dort Studentenwohnungen entstehen sollen. Tatsächlich sei die Sprinkenhof AG auch frühzeitig mit der Suche nach geeigneten Alternativen beauftragt worden, erklärte Bezirkssprecher Kay Becker damals. Allein, der Erfolg blieb aus, die Bewährungshelfer mussten rüber auf die andere Seite der Elbe und übergangsweise Büros im Bezirksamt am Grindelberg beziehen.

Was folgte, war ein Offener Brief des Runden Tisches Sucht, dem alle in Harburg angehören, die mit Suchtkranken arbeiten und ihnen Hilfe und Beratung anbieten – vom Hans Fitze Haus über das Abrigado bis zur Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen der Asklepios Klinik oder der Stelle für Wohnungsnotfälle der Diakonie. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass die Bewährungshelfer, die hier 18 Jahre lang sehr erfolgreich straffällig gewordene Menschen auf ihrem Weg zurück in ein sozialverantwortliches Leben begleiteten, Harburg verlassen. „Ein Unding“, hatte Olaf Bohn geschimpft. Er ist Leiter des Hans Fitze Hauses, eine Anlaufstelle für schwerstabhängige Alkoholkranke, und gehört in dieser Funktion besagtem Runden Tisch an. Die Schnittmenge zwischen suchtkranken und straffällig gewordenen Menschen ist hoch. Bohns Sorge, viele der Klienten könnten nach dem Aus für die Bewährungshilfe in Harburg in ein Loch fallen, basierte mithin auf den Erfahrungen seines beruflichen Alltags.

Der Aufschrei des Runden Tisches stieß offenbar Gehör. Jedenfalls ist das Bezirksamt Eimsbüttel spätestens vom 1. Dezember an Mieter der knapp 300 Quadratmeter großen Räume am Schloßmühlendamm 8 – 10. Sobald die Räume gestrichen und sämtliche Renovierungsarbeiten erledigt sind, kommen die Bewährungshelfer zurück nach Harburg. Darüber, so ist zu hören, ist das sechsköpfige Team mehr als erfreut. Seine Rückkehr bedeutet aber auch: der Vormieter, das ambulante Suchtberatungs- und Behandlungszentrum, therapiehilfe e. V., muss umziehen, bleibt aber im selben Gebäude.