Harburg
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Zu wenig Nachwuchs bei den ehrenamtlichen Helfern

Die Initiative im Binnenhafen und auch der Verein human@human suchen dringend Unterstützer und Paten, die sich engagieren wollen

Harburg. So langsam wird es eng. Die Flüchtlingshilfe Binnenhafen, eine Initiative von Anwohnern und Freunden aus der näheren und weiteren Umgebung, die sich seit 2015 um die Menschen kümmert, die auf dem Wohnschiff „Transit“ leben, sucht dringend Ehrenamtliche, die mit anpacken. Andrea Zwengel, die von Anfang an dabei ist und sich vorrangig um die Koordination der Arbeit kümmert, sagt zum Hintergrund: „Einige von uns würden den Staffelstab jetzt gerne an neue Helfer weitergeben oder zumindest ein bisschen kürzertreten.“ Das Problem sei nur: „Es gibt kaum Nachwuchs.“

Den Grund dafür sieht Zwengel vor allem darin, dass sich die allgemeine Stimmung inzwischen gewandelt habe. Von der Euphorie am Anfang und der herzlichen Willkommenskultur sei nicht mehr soviel übrig: „Der Wind ist rauer geworden.“

Dabei sei Hilfe für die Geflüchteten nach wie vor wichtig: „Wir müssen jetzt den nächsten Schritt tun.“ Es gehe nun weniger um Akut-Versorgung, sondern vielmehr um die Bewältigung von ganz alltäglichen Problemen. Vor allem bei der Wohnungssuche seien die Flüchtlinge auf Unterstützung angewiesen: „Wenn sie alleine bei Vermietern vorsprechen, haben sie gar keine Chance“, sagt Zwengel.

Die Flüchtlingshilfe Binnenhafen teilt sich auf in unterschiedliche Gruppen. Drei davon suchen jetzt besonders dringend weitere Unterstützung: die Gruppe „Mobile.Moebel“ sucht Helfer, die bei Möbeltransporten und Umzügen als Fahrer einspringen können. Der Initiative stehen zwei Fahrzeuge zur Verfügung, ein VW Transit (eMobil) und ein Mercedes Sprinter mit kleiner Ladefläche, die Harburger Firmen für diesen Zweck bereit stellen.

Auch „Cycle Group“ hofft auf zusätzliche Helfer. Wer Spaß am Schrauben und Reparieren hat, ist hier richtig. Gebrauchte und teilweise noch gute erhaltene Fahrräder – die Spenden kommen inzwischen aus ganz Hamburg – werden auf Vordermann gebracht und an Flüchtlinge weitergegeben. Der Bedarf ist riesig, die Warteschlangen sind lang. Vor allem Kinderräder werden dringend gesucht.

Wer weniger praktisch veranlagt, dafür aber ein Organisationstalent ist, ist in der Gruppe „Koordination“ richtig. Potenziellen neuen Mitstreitern versichert Andrea Zwengel: „Die Arbeit, die wir hier leisten, ist wirklich sehr, sehr spannend und wichtig.“

Genau wie das Engagement des Vereins human@human, mit dem sich die Flüchtlingshilfe ein Büro an der Harburger Schloßstraße 14 teilt. Auch er sucht neue Mitstreiter, in diesem Fall Ehrenamtliche, die Patenschaften übernehmen möchten. „Es gibt viele Familien, die würden sich gerne über ganz alltägliche Fragen austauschen“, sagt Patenkoordinatorin Lilly Murmann. Wie oft und wo die Treffen sein sollen, legen die Beteiligten individuell fest.

Wer helfen möchte, wendet sich an die Flüchtlingshilfe Binnenhafen, entweder unter der Telefonnummer 040/300 853 91 oder per Mail info@fluechtlingshilfe-binnenhafen.de. Wer Pate werden möchte, erreicht human@human telefonisch (689 11 931) oder schreibt eine Mail an human@human.hamburg. (kg)