Harburg
Neugraben-Fischbek

DRK und IBA legen ihren Kita-Streit bei

So sieht er aus, der Entwurf des 3-Millionen-Euro Baus der DRK-Kita Vogelkamp

So sieht er aus, der Entwurf des 3-Millionen-Euro Baus der DRK-Kita Vogelkamp

Neubau am Vogelkamp: Fassade wird nicht wie geplant aus Holz gebaut – sondern aus Alu mit Holzdekor.

Neugraben-Fischbek.  Die vom Harburger Kreisverband des DRK geplante Kita Vogelkamp: sie hat in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Einmal ging es beispielsweise ums liebe Geld und einen Architekten, der mehr wollte, als das Rote Kreuz zu zahlen bereit war. Dann um den Standort der Übergangs-Kita. Das DRK wollte sie direkt an seine Folgeunterkunft Am Röhricht anbinden.

Dagegen war die Politik. Die Einrichtung sollte auch Kindern der übrigen Anlieger offenstehen. Schließlich eskalierte der Streit, in dem Fall zwischen DRK und der IBA als Entwickler des gesamten Neubaugebietes. Zur Eiszeit führte ein im Wortsinn heißes Thema. Die IBA als Entwickler des Neubaugebietes beanstandete den mangelnden Brandschutz angesichts der da noch vorgesehenen Holzfassade. Jetzt die gute Nachricht: Diese Kuh ist vom Eis, ein Kompromiss gefunden.

DRK-Chef Harald Krüger, der nach eigenem Bekunden zwischenzeitlich nur noch mit den Vertretern der IBA (Internationale Bauausstellung) verhandelt hatte, wenn ein Anwalt an seiner Seite war, sagt jetzt: „Wir haben uns geeinigt.“ Der Bauantrag für das Drei-Millionen-Euro-Projekt sei entsprechend nachgebessert worden. Die Holzfassade ist raus, stattdessen ist nun eine Aluminiumverkleidung vorgesehen.

Der Clou: Sie soll aussehen, als handele es sich um Holz. Dazu werde eine besondere Beschichtung aufgetragen, sagt Krüger. Ein Kompromiss, mit dem der wohl gut leben kann. Einen kleinen Seitenhieb verkneifen kann er sich allerdings nicht: „Dass das nun besonders nachhaltig und energieschonend sein soll, erschließt sich mir zwar nicht. Aber wenn jetzt alle zufrieden sind, ist es ja gut.“

Die Stellungnahme der IBA geht es pragmatisch an: „Die Anforderungen an den Brandschutz sind nun geklärt“, teilt IBA-Sprecherin Anke Hansing mit. In den vergangenen Wochen seien Vertreter der IBA, des DRK sowie des Harburger Bezirksamtes zusammengekommen, „um die erforderliche Anpassung des Bauantrags für eine zügige Erlangung der Baugenehmigung der neuen Kita am Quartierspark Vogelkamp Neugraben abzustimmen.“

Anke Hansing macht keinen Hehl daraus, wie froh sie ist, dass das geglückt ist: „Alle Beteiligten wissen um die hohe soziale und integrative Bedeutung dieses großen Projektes und zeigten sich entsprechend erleichtert, dass in allen offenen Punkten einvernehmliche Lösungen gefunden wurden.“

DRK-Chef Harald Krüger ist in seiner Freude über die Einigung allerdings noch eher verhalten. Ihm bereitet Sorgen, dass der Bauantrag vom Bezirk immer noch nicht genehmigt ist. Wie er sagt, weil die bislang zuständige Mitarbeiterin es nicht mehr geschafft habe, ihn noch rechtzeitig vor ihrer Pensionierung abschließend zu bearbeiten.

Damit sei nun ihr Nachfolger betraut. „Der muss sich aber erst mal einlesen“, sagt Krüger. Er betont ausdrücklich, dass es ihm hier nicht um Schuldzuweisungen gehe. Aber offenbar gehört Geduld nicht zu seinen Stärken, jedenfalls nicht in diesem Fall: „Ich fürchte, dass es mit der für Ende 2019 geplanten Eröffnung nichts werden könnte.“

Die neue Kita bietet Platz für 150 Kinder. In der in Containern untergebrachten Übergangseinrichtung am Plaggenmoor 60 werden derzeit gut 50 betreut. Was Krüger jetzt vorgeblich umtreibt, ist die Sorge, dass der Mietvertrag mit der IBA am Plaggenmoor Ende 2019 ausläuft: „Die Grundstücke sind verkauft, die Besitzer wollen dann mit dem Bau ihrer Häuser anfangen.“ Er habe Angst vor einer Betreuungslücke. Für Anke Hansing nicht nachvollziehbar: „Wir alle wollen einen nahtlosen Übergang. Das ist längst geklärt.“

2500 Kinder in 16 Einrichtungen des DRK

Sechzehn Kitas betreibt der DRK-Kreisverband Hamburg-Harburg derzeit, fünf davon außerhalb Harburgs: zwei in Finkenwerder, eine in Wilhelmsburg, eine auf St. Pauli und eine im Hamburger Hafen.

In fast allen Einrichtungen gibt es Integrationsplätze für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und englische Sprachförderprogramme. Das DRK Harburg betreut insgesamt rund 2500 Kinder. Allein im Bezirk Harburg sind es ungefähr 2000 Mädchen und Jungen.