Harburg
Neu Wulmstorf

Grundschule: Ganztagsbetrieb kommt später

Neu Wulmstorf – Schulleiterin hatte die Höhe der Kosten angezweifelt und späte Prüfung des Neubaus kritisiert

Neu Wulmstorf.  Es ist immer noch nicht geklärt, ob die Ganztagsgrundschule am Moor in Neu Wulmstorf in einer umgebauten Hauptschule oder in einem Neubau entsteht. Sicher ist nur eines: Der Ganztagsbetrieb kommt jetzt noch später und damit verschärft sich die Raumnot in dem alten Grundschulgebäude am Moor an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße. Ursprünglich war geplant, dass der Umbau der Hauptschule am Moor noch in diesem Jahr beginnt, so dass die Schüler im nächsten Jahr in das Gebäude umziehen können. Daraus wird jetzt nichts mehr.

Die Verwaltung begründete die Zeitverzögerung mit umfangreichen Baumaßnahmen, die eine europäische Ausschreibung erforderten. Danach sollte sich der Einzug um zwei Jahre auf 2021 verschieben. Doch jetzt ist auch dieser Zeitplan nicht mehr zu halten. Denn der Gemeinderat hat beschlossen, einen möglichen Neubau eingehender zu prüfen. Der Vorstoß kam zuvor im Fachgremium von der CDU. „Ich würde gerne mit dem Gefühl, alles zu wissen, eine Entscheidung treffen“, sagte Malte Kanebley, Fraktionschef der CDU. Er hatte moniert, dass die Möglichkeit des Neubaus nicht umfassend genug geprüft worden sei. Bislang wurden Kosten für 15,5 Millionen Euro für einen Neubau kalkuliert. „Eine viel zu hohe Summe“, ist Kanebley überzeugt. Auch die für den Umbau veranschlagte Summe von acht Millionen Euro erscheint den meisten Ratsmitgliedern zu hoch. Vor vier Jahren hatte die Verwaltung dafür noch zwei Millionen Euro angesetzt. Die Verwaltung begründete die hohe Summe mit dem neuen Konzept der Minischulen und gestiegenen Baukosten. Astrid Kracht, Leiterin der Grundschule am Moor, hingegen hatte die Summe stets angezweifelt. „Es wurde nie kommuniziert, wofür die zwei Millionen Euro stehen. Es handelte sich dabei offensichtlich nie um eine fundierte Rechnung“, sagte sie.

Kanebley forderte bereits im Fachgremium, Alternativen eingehender geprüft werden und bestehende Risiken eines Umbaus näher zu betrachten. Damit spielte er auf mögliche Schadstoffbelastungen in der Hauptschule am Vossbarg an. Ende der 90er-Jahre wurden im Gebäude Ablagerungen des Schadstoffs Polychlorierte Biphenyle (PCB), der seit 2001 weltweit verboten wurde, festgestellt. Den Richtungswechsel der CDU griff Bürgermeister Wolf-Egbert Kanebley auf und schlug selbst in der Sitzung des Gemeinderats vor, die Möglichkeit des Umbaus und Neubaus genauer zu untersuchen.

Für Grundschulleiterin Astrid Kracht war das eine überraschende Wende. „Beides zu prüfen, halte ich für sinnvoll und nachvollziehbar“, sagte sie. „Aber ich hätte erwartet, dass das schon vorher geschehen wäre.“ Ihr sei in den vergangenen Jahren lediglich ein Umzug ins Hauptschulgebäude in Aussicht gestellt worden. „Von der PCB-Belastung wussten wir nichts. Aber die Entscheidung, die genauer zu untersuchen, tragen wir natürlich voll mit.“ Ganz gleich, ob die Grundschüler am Ende in ein neu- oder umgebautes Gebäude ziehen – das Konzept der Minischulen mit Lernhäusern für die Klassen eins bis vier, soll umgesetzt werden. Das hat der Gemeinderat beschlossen.