Harburg
Neu Wulmstorf

Famila kommt nach Neu Wulmstorf

Teile der CDU fürchten aber negative Auswirkungen auf bestehende Einzelhändler

Neu Wulmstorf.  Jetzt hat auch der Neu Wulmstorfer Gemeinderat als entscheidendes Gremium der Ansiedlung des Famila-Marktes zugestimmt. Damit steht dem Verbrauchermarkt an der Matthias-Claudius-Straße in Neu Wulmstorf nichts mehr im Wege. Allerdings trug nicht der gesamte Gemeinderat die Entscheidung mit. Teile der CDU erneuerten ihre Kritik. Gerhard Peters (CDU), von Anfang an erbittertster Gegner des Marktes, ist nach wie vor überzeugt, dass sich der Famila-Markt nachteilig auf die bestehenden Einzelhändler im Ort auswirken werde.

„Seine Bedenken teilt die Mehrheit unserer Fraktion, kam aber zu einer anderen Schlussfolgerung“, sagt Malte Kanebley, Fraktionschef der CDU. „Wir halten die Schwierigkeiten mehrheitlich für beherrschbar und gehen davon aus, dass der Rechtskraft des Bebauungsplans nichts mehr im Wege steht.“ Eine Ausnahmeregelung im Landesraumordnungsprogramm macht es möglich, dass Famila jetzt an der Matthias-Claudius-Straße einen Markt errichten kann. Die Regelung sieht vor, dass sich Verbrauchermärkte am Ortsrand niederlassen können, wenn eine Ansiedlung im Zentrum nicht machbar ist. Gutachter bestätigten, dass die geringen Flächengrößen in der Ortsmitte für einen Famila-Markt nicht ausreichten.

Allerdings musste Famila in der Verkaufsfläche deutlich abspecken. Eigentlich war ein Markt mit 3500 Quadratmetern geplant. Im Laufe der fünf Jahre währenden Diskussion musste die Fläche aber immer weiter verringert werden. Jetzt wird der Markt 2550 Quadratmeter groß. Famila sei als Tiger gesprungen und als „Bettvorleger“ gelandet, monierte daher Malte Kanebley. Diese Wortwahl empfindet die SPD als besonders „befremdlich“ und kritisierte die öffentlichen Äußerungen der CDU.

„Warum die CDU diesen Markt von vornherein schlecht redet und abwertet ist nicht nachvollziehbar. Der Erfolg eines Marktes hängt im Wesentlichen vom Engagement des Unternehmers ab. Beispiele in Neu Wulmstorf gibt es dafür doch genug“, sagte Tobias Handtke, Fraktionsvorsitzender der SPD. „Wir freuen uns jedenfalls, dass sich nach Jahren des Stillstandes nun endlich etwas bewegt.“ Mit großer Wahrscheinlichkeit werde das heruntergekommene ehemalige Möbel-Meyn-Gelände endlich einem neuen und modernen Verbrauchermarkt weichen. Die SPD möchte im Laufe ihrer jährlichen „Tour de Neu Wulmstorf“ auch den Famila-Markt in den Mittelpunkt stellen.

Bei der ersten Etappe am Sonntag, 29. Juli, unter Federführung von Thomas Grambow, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, möchten die SPD-Ratsmitglieder mit den Bürgern ins Gespräch kommen und über den aktuellen Stand der Planung zur Famila-Ansiedlung informieren. Start und Ziel der gesamten Route werden noch bekanntgegeben.