Harburg
Großfeuer

Millionen-Villa in Holm-Seppensen ausgebrannt

In der Nacht zu Freitag ist in Holm-Seppensen im Landkreis Harburg ein Reetdachhaus durch ein Feuer zerstört worden. 

In der Nacht zu Freitag ist in Holm-Seppensen im Landkreis Harburg ein Reetdachhaus durch ein Feuer zerstört worden. 

Foto: Joto / JOTO

Nachbarin rettete Bewohnern des Hauses vermutlich das Leben. Anwesen brannte bis auf die Grundmauern nieder. Polizisten suchten Jungen

Holm-Seppensen.  Dichter Rauch zog in der Nacht zu Freitag über Holm-Seppensen, als eine Reetdachvilla in Flammen aufging. Nur einer aufmerksamen Nachbarin ist es zu verdanken, dass keine Bewohner des Einfamilienhauses am Hindenburgweg verletzt wurden. Gegen 0.30 Uhr hörte die Anwohnerin ein leichtes Knistern und nahm Brandgeruch wahr. Als sie aus ihrem Haus ging, um nachzuschauen, sah die Frau, dass ein Teil des Dachstuhls des Nachbarhauses in Flammen stand. Sie rannte sofort auf das Nachbargrundstück und hörte nicht auf zu klingeln, bis der erste Bewohner an der Haustür stand.

Die in dem über 200 Quadratmeter großen Haus schlafende Familie hatte den Brand noch nicht bemerkt. Die fünf Bewohner retteten sich zusammen mit ihrem Hund unverletzt ins Freie. „Als wir kurz nach dem Notruf bei dem Wohnhaus eintrafen, war unklar, ob sich noch ein Kind im Obergeschoss befand“, sagt Polizeikommissar Carsten Büttinghaus. Er und seine Kollegin gingen in das brennende Haus, um nach dem Kind zu suchen. Während sich draußen das Feuer weiter und weiter ausbreitete, rannten die Beamten ins Kinderzimmer. Dort entdeckten sie niemanden. Zeitgleich trafen die ersten Feuerwehrleute aus Holm ein und nahmen die Suche auf. Unter Schock standen die Bewohner vor ihrem brennenden Zuhause. Kurze Zeit später die glückliche Nachricht: Das Kind war bereits bei Nachbarn in Sicherheit.

„Wir mussten schnell Löscheinsatz im Haus schnell abbrechen, da die Gefahr zu groß war“, sagt Feuerwehrsprecher Oliver Weiß. Mit rund 100 Feuerwehrleuten aus sechs Wehren kämpften die Retter von außen gegen das Feuer. Die Flammen schlugen jedoch immer wieder hoch in den Nachthimmel. Erst am Morgen waren die letzten offenen Flammen gelöscht. Danach begann die kräftezehrende Suche nach Glutnestern im Reet. Nach zehn Stunden konnten die letzten Feuerwehrleute den Ort verlassen – um am Nachmittag zu weiteren Nachlöscharbeiten gerufen zu werden. Bis auf die Grundmauern brannte das Anwesen nieder. Laut Polizeischätzungen beläuft sich der Sachschaden auf etwa eine Million Euro. Noch am Vormittag haben die Brandermittler der Polizei die Arbeit aufgenommen, um die Brandursache zu klären. Die Familie kommt bei Bekannten unter.