Harburg
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Bekommt Harburg einen Luxus-Campingplatz?

Komfortables Übernachten in der Natur ist ein Markenzeichen des Glampings (Glamouröses Camping). Feste Behausungen wie in diesem Beispiel sind dabei kein Muss

Komfortables Übernachten in der Natur ist ein Markenzeichen des Glampings (Glamouröses Camping). Feste Behausungen wie in diesem Beispiel sind dabei kein Muss

Foto: Toma Babovic / © Baumgeflüster

Amt für Stadt- und Landschaftsplanung präsentiert dem Wirtschaftsausschuss erste Flächen, die möglicherweise geeignet sind.

Harburg.  Der Bezirk Harburg hat bislang keinen einzigen Campingplatz. Das könnte sich in Zukunft ändern. Auf Initiative der CDU-Fraktion der Bezirksversammlung präsentierte die Verwaltung erste potenzielle Standorte für einen von der CDU favorisierten Campingplatz der Luxusklasse.

Hochwertiges Campen in geräumigen Zelten, Wohnmobilen oder festen Behausungen mit zusätzlichen Angeboten wie Swimmingpool, Restaurant und Freizeitprogramm trägt den englischen Begriff Glamping (Glamourous Camping). Dabei handele es sich um ein „hochpreisiges Tourismussegment“, das in Hamburg bisher fehle, so die CDU-Politiker. Mit seiner unmittelbaren Nähe zur Elbe, zum Alten Land und zur Fischbeker Heide erscheine der Bezirk Harburg für Glamping-Angebote prädestiniert.

Im Auftrag des Bezirksparlaments machte sich Heiko Stolzenburg vom Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung auf die Suche nach möglichen Glamping-Standorten. Das erste Ergebnis stellte er am Montagabend dem Wirtschaftsausschuss vor, schränkte aber ein: „Aktuell gibt es keine passenden Standorte mit gleichzeitig stimmiger planungsrechtlicher Ausweisung.“ Immerhin präsentierte Stolzenburg vier potenzielle Flächen.

Für eine engere Auswahl seien weitere, tiefgreifende Unter­suchungen nötig. Sollte sich einer der aktuellen Kandidaten zum Glampen eignen, so würde er als Sondergebiet zur Nutzung als Campingplatz ausgewiesen werden. Doch dazu sind bei allen Flächen einige Hürden zu nehmen.

Der erste Standort liegt in Neuland hinter dem Elbdeich. Zwischen dem Schweenssand-Hauptdeich und dem alten Neuländer Elbdeich liegen zwei Landwirtschaftsflächen, die alternativ zu einem 1,25 Hektar oder 2,4 Hektar großen Luxus-Camping-Areal werden können. Auf der kleineren Fläche wächst heute Mais, die größere ist gerade gemäht worden.

Der Flächennutzungsplan sieht hier Landwirtschaft vor. Es gibt keinen Sielanschluss, denn die Anlieger in der Nachbarschaft haben eine alternative Abwasserentsorgung. Zudem sind beide Flächen Privateigentum und damit natürlich nicht ohne Weiteres zu verplanen.

Außerdem liegen sie in einem Landschaftsschutzgebiet und unweit des Naturschutzgebietes Schweenssand. Das könnte einerseits zu Nutzungseinschränkungen führen, verspricht aber andererseits zukünftigen Gästen eine angenehme Umgebung, einen Naherholungsraum direkt an der (Süder-)Elbe.

Unangenehm ist dagegen der Autobahnlärm der A1, der zumindest bei Ostwind vor allem die größere Fläche beschallt. Wer dies positiv wenden will, kann annehmen, dass die vom Campingplatz ausgehenden Lärmemissionen an dieser Stelle im Genehmigungsprozess weniger ins Gewicht fallen würden.

Zweischneidig ist auch die Tatsache, dass die betroffenen Areale ehemalige Spülfelder und daher mit Schadstoffen belastet sind. Deshalb ist es gut, wenn hier keine Bodenarbeiten durchgeführt werden müssen. Für einen Glampingplatz muss nicht groß gegraben werden, anders als zum Beispiel beim Wohnungsbau. Deshalb stehen die Flächen kaum in Konkurrenz mit zukünftigen Bauambitionen der Stadt. Das ist ein großer Pluspunkt, der auch für die beiden anderen Standorte gilt.

Sie befinden sich im Westen des Bezirks, in Moorburg und Altenwerder. „Die Flächen liegen im Hafenerweiterungsgebiet. Ob dort die Ansiedlung eines Campingplatzes möglich ist, müssten wir mit HPA abstimmen“, sagte Stolzenburg. Die Hafenbehörde HPA könnte sich auf die Nutzungsregeln für diese Gebiete berufen. Dort steht unter anderem: „Im Hafenerweiterungsgebiet dürfen die Grundstücke nicht wesentlich verändert, insbesondere nicht bebaut werden.“

Immerhin handelt es sich um städtischen Grund. Eine der beiden Flächen ist in der Vergangenheit sogar schon als Stellplatz von Wohnwagen und Wohnmobilen genutzt worden. Sie liegt am Moorburger Kirchdeich, ist 1,7 Hektar groß und hat einen Sielanschluss. Allerdings befindet sie sich sehr nahe an der geplanten Trasse der A26-Ost, die die A7 mit der A1 verbindet.

Zukunftsstandort Nummer drei schließt südlich an den Containerterminal Altenwerder an, im Bereich des Schlickhügels Altenwerder. Er wird bereits zum Teil für Freizeitaktivitäten genutzt. Ein anderer Teil ist noch in Betrieb. Deshalb liegt die potenzielle Nutzung dieses Areals in noch fernerer Zukunft als die anderen beiden Flächen. Stolzenburg nennt dies einen „perspektivischen Suchraum“.

Campingplätze rund um Hamburg

Wildpark-Camping Schwarze Berge in Rosengarten, Mo.–Sa. geöffnet, Übernachtung pauschal: 18 Euro, Internet: www.wildpark-camping.de
Stover Strand in Stove an der Elbe, Übernachtung ab 13 Euro (Zelt, 1 Person, ohne Strom), www.camping-stover-strand.de
Am Quellenbad in Jesteburg, Übernachtung ab 15 Euro (kleines Zelt, 1 Person, ohne Strom), Internet: www.campingplatz-
jesteburg.de
Nordheide Camping in Holm-Seppensen, ab 10 Euro (kleines Zelt, 1 Person, ohne Strom), www.campingplatz-nordheide.de
Wohnmobilplätze an der Süderelbe in HH-Wilhelmsburg www.wohnmobilplatz-hamburg.de und www.elbepark-bunthaus.de