Familienstreit

Mann tötet seine Ehefrau mit Messerstichen

Am Sonntagabend wurde eine Frau bei einer Auseinandersetzung in Winsen lebensgefährlich verletzt

Am Sonntagabend wurde eine Frau bei einer Auseinandersetzung in Winsen lebensgefährlich verletzt

Foto: Joto / JOTO

Eifersucht? Streit in Reihenhaussiedlung eskaliert. Gemeinsame Söhne des Paares waren bei der Tat im Haus. Täter ruft selbst Polizei.

Winsen. Ein tragisches Familiendrama erschüttert Winsen: Im Streit hat am Sonntagabend ein Mann seine ehemalige Lebensgefährtin mit mehreren Messerstichen getötet. Der 47-Jährige war am Sonntagabend in der Wohnung in der Reihenhaussiedlung in der Stichstraße Münze mit seiner Frau in Streit geraten. Die beiden sind zwar noch verheiratet. Sie leben nach Polizeiangaben aber seit einiger Zeit getrennt voneinander.

Nachbarn hatten am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr bei der Polizei angerufen und berichtet, dass es eine Auseinandersetzung zwischen dem Ehemann und seiner Ex-Frau gebe. Als kurz darauf der erste Streifenwagen in der Münze eintraf, wählte der 47-Jährige selbst den Notruf. Er sagte, dass er soeben seine Frau getötet habe. Den Polizisten kam der Mann mit erhobenen Händen aus der Küche des Hauses entgegen. Er wurde festgenommen.

Im Obergeschoss fanden die Polizisten dann die 40-Jährige Frau leblos am Boden liegend. Sofort begannen die Polizisten mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Sanitäter kämpften auf der Fahrt mit dem Rettungswagen in ein Hamburger Krankenhaus weiter um das Leben der schwer verletzten Frau. Vergeblich: Sie erlag wenig später in der Klinik ihren schweren Verletzungen. Während der tragischen Auseinandersetzung waren die acht und zwölf Jahre alten Söhne ebenfalls zu Hause. Ob sie unmittelbar mit ansehen mussten, wie ihre Mutter attackiert wurde, ist nach Polizeiangaben unklar. Beide Kinder wurden vorsorglich fortgebracht. Sie werden von einem Kriseninterventionsteam der Johanniter betreut.

Nach Polizeiangaben stand der Mann während der Tat unter starkem Alkoholeinfluss. Noch am selben Abend fuhren Ermittler der Spurensicherung zum Tatort. In weißen Schutzanzügen durchsuchten sie die Wohnung, fotografierten Spuren und nahmen Indizien auf. Im rückwärtigen Garten des Reihenhauses, in dem sich ein großer Außenpool befindet, setzten sie ihre Arbeit fort. Gestern Vormittag kehrten die Ermittler noch einmal an den Tatort zurück und sicherten erneut Spuren im Haus. Dabei richteten sie besonderes Augenmerk auf die Eingangstür des Reihenhauses.

Die Nachbarn in der ruhigen Reihenhaussiedlung sind schockiert über die Bluttat in ihrer Gegend. „Es ist ein Hammer. Wieso, weshalb, warum? Ich weiß nicht, was zu der schrecklichen Tat geführt hat. Das ist ja das Schlimme“, sagt Helge B., der kurz bevor sich das Drama ereignet hat, von einem Spaziergang mit seinem Hund nach Hause kam und sich um 19 Uhr ins Bett gelegt hat.

Er habe gesehen, wie die Kinder an den heißen Tagen im Garten im Swimmingpool gebadet haben. „Und nun das“, sagt der Nachbar, der seit mehr als 40 Jahren in der Münze wohnt. Ein weiterer Nachbar, der schon seit den 60er-Jahren in der Münze wohnt, ist ebenfalls fassungslos. „Ich habe gesehen, wie sich die Polizisten hier im Vorgarten auf den Ehemann gestürzt haben, ihn zu Boden rissen und ihm hier vorne auf dem Rasen die Handschellen angelegt haben. Dann haben sie ihn abgeführt.“

Er habe zuvor beobachtet, wie der Ehemann am Sonntagnachmittag mit „hochrotem Kopf“ das Reihenhaus verlassen habe. Am Abend sei er dann wiedergekommen. „Er war offenbar betrunken“, sagt der Nachbar. Das habe er aus seinem Fenster beobachtet.

Ist Eifersucht das Motiv für die schreckliche Tat, die für die Mutter von zwei Söhnen zum Tode führte? Noch am Sonntagnachmittag habe er seine Nachbarin im Garten gesehen, berichtet der Nachbar.„Sie lag auf der Terrasse. Ich sagte zu ihr: ,Na, nehmen sie ein Sonnenbad? Aber passen sie auf sich auf. Nicht dass ihnen noch zu heiß wird.“ Wenige Stunden später war die blonde Frau mit dem schulterlangen Haar tot.

Ab und zu habe ein „großgewachsener Mann“ die Frau besucht, sagt der Nachbar. „Er kam ein bis zweimal im Jahr. Sie hat ihn auf der Terrasse bewirtet. Das kam mir komisch vor.“ Zumal ihr Ehemann nicht da gewesen sei.

Zuletzt sei der Gast am Sonnabend dagewesen – einen Tag vor der schrecklichen Bluttat, die die Kreisstadt erschüttert. Gestern beantragte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Winsen Haftbefehl wegen Totschlags gegen den Ehemann.