Harburg
Neu Wulmstorf

Waldsiedlung: Es gibt noch Hoffnung

UWG will am geplanten Luxus-Wohngebiet in der Fischbeker Heide festhalten

Neu Wulmstorf. Auch wenn die SPD die umstrittene Waldsiedlung in der Fischbeker Heide nicht länger unterstützt, ist das Projektaus noch nicht besiegelt. Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) gibt der Wohnsiedlung weiter ihre Zustimmung. Die Fraktion hatte jüngst noch Beratungsbedarf angemeldet.

Inzwischen ist die UWG zu dem Schluss gekommen, nicht von ihrer bisherigen Linie abzurücken. Sie will weiterhin für die 15 Hektar große Wohnsiedlung mit 60 Grundstücken votieren. „Das Gutachten hat für uns nichts Überraschendes zutage gebracht“, sagte UWG-Fraktionschef Jan Lüdemann auf Anfrage des Abendblatts. „Auch bei anderen Bauprojekten mussten Reptilien und Amphibien schon umgeleitet werden. Es ist nichts, was wir nicht schon getan hätten“, sagte Lüdemann. Als Beispiel nennt er das Lidl-Zentrallager und den Landhof vom Unternehmer Thomas Hauschild.

Zwar stehe noch ein Gespräch mit der Bürgerinitiative gegen die Waldsiedlung aus, so Lüdemann. Aber er geht davon aus, dass die Mitglieder der Initiative keine neuen Erkenntnisse vorbringen. Die Waldsiedlung sei nicht isoliert zu betrachten, so Lüdemann. „Sie alleine macht keinen Sinn. Aber die Wohnsiedlung steht nun einmal im direkten Zusammenhang mit dem Masterplan.“

Der Masterplan entstand als eines der bedeutendsten Projekte von Hamburg und Niedersachsen, als sich die Bundeswehr vor 14 Jahren aus der Röttiger-Kaserne und dem Übungsplatz zurückzog. Damals handelten die Beteiligten aus, dass 180 Hektar der 270 Hektar großen Fläche an die Naturschutzstiftung des Landkreises übergeben wird. Die Waldsiedlung, die auch Teil des Deals war, habe das große Naturschutzgebiet erst ermöglicht, so Lüdemann.

Wegen des Masterplans hatten bislang auch CDU und SPD im Neu Wulmstorfer Gemeinderat an der Waldsiedlung festgehalten, obwohl das Bauvorhaben einen massiven Eingriff in die Natur nach sich zieht. Nach der jetzt vorgelegten Umweltstudie durchwandern tausende Amphibien das geplante Wohngebiet (das Abendblatt berichtete). Einige davon stehen auf der Roten Liste. Um die Amphibien um die Waldsiedlung herumzuleiten, ist eine 900 Meter lange und 40 Zentimeter hohe Betonmauer nötig. Außerdem gibt es streng geschützte Ameisenvölker, die umgesiedelt werden müssen, sowie Brutvögel und Fledermausarten. Die Ergebnisse des Umweltgutachtens haben die vor wenigen Tagen SPD dazu veranlasst, aus dem Vorhaben auszusteigen.

UWG-Fraktionschef Lüdemann jedoch sagt: „Die Siedlung ist möglich, sie ist rechtlich abgesichert, sauber bezahlt und finanziert.“