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Neuenfelde hat den Dorfsaal zurück

Heller, praktischer, barrierefrei: Die Bürger haben ihr Schützenheim erneuert. Auch andere Vereine nutzen es

Neuenfelde. Wenn heute Abend das Neuenfelder Schützenheim mit einem Tag der offenen Tür wiedereröffnet wird, freuen sich darüber nicht nur die Schützen: Auch zahlreiche andere Vereine und Institutionen des Dritte-Meile-Dorfs haben in der Vergangenheit gerne den Saal des Schützenvereins mitgenutzt und wollen das in Zukunft auch wieder tun. Fast ein Jahr lang war das zunächst nicht und danach nur eingeschränkt möglich. Jetzt liegen die Erneuerungs-Arbeiten in den letzten Zügen. Lediglich einige Kleinigkeiten liegen noch an.

Gleich nach dem Schützenfest 2017 hatte der Verein mit den Arbeiten begonnen. „Unser Ziel war es den Saal rechtzeitig für unsere beiden Bälle zumindest provisorisch schon wieder befeiern zu können“, sagt Gerd Behr, erster Vorsitzender des „Schützenvereins Neuenfelde und Umgebung e.V.“ Mit „Umgebung“ ist Neuenfeldes Nachbardorf Francop gemeint. „Das ist uns aber nur teilweise gelungen.“

Der Königsball der Neuenfelder konnte tatsächlich an seinem traditionellen Termin am ersten Advent stattfinden. Der Jungschützenball – Stammtermin Anfang November – musste allerdings auf den Februar verschoben werden. Eine räumliche Verlegung – zum Beispiel zu einem anderen Schützenverein – wäre nicht in Frage gekommen. Die Jugendabteilungen aller Altländer Schützenvereine sind freundschaftlich miteinander verbunden, da ist es Ehrensache, auch ins eigene Haus einzuladen.

Der lange Zeitraum verdeutlicht, dass es bei der Erneuerung des Schützenheims nicht darum ging, einmal kurz mit einigen Eimern Farbe und vereinten Kräften den Saal aufzuhübschen. „Solche Schönheitsrenovierungen sind in der Vergangenheit natürlich immer erfolgt“, sagt Behr. „Aber der Bau stammt aus den frühen 80er-Jahren, und was damals modern war, ist heute modisch und technisch überholt. Außerdem haben sich die Anforderungen gewandelt.“

Der neue Saal ist heller geworden, lässt sich bei Bedarf in drei separate Bereiche unterteilen und ist wesentlich günstiger – weil effizienter – zu heizen. „Allein durch die Trennwände gewinnen wir in der Energiebilanz“, sagt Gerd Behr, „denn wir müssen jetzt nicht mehr 300 Quadratmeter heizen, wenn wir nur eine Schulung veranstalten.“ Außerdem besorgten die Schützen bei der Renovierung der Küche und der beiden Tresen gleich neue, verbrauchsärmere Geräte und die Saaldecke wurde abgehängt, besser isoliert sowie mit stromsparenden LED-Leuchten versehen. Die Lochgipsplatten sorgen zudem für eine angenehme Akustik. In den einst dunklen Aufgang bringt ein Lichtschlauch nun Tageslicht. Für die Energiesparmaßnahmen gab es Förderung aus dem Bundesumweltministerium. Auch der Bezirk Harburg und der Hamburger Sportbund förderten den Umbau.

400.000 Euro haben die Schützen verbaut und 4500 Arbeitsstunden Eigenleistung erbracht. „Dabei haben uns viele Neuenfelder Handwerker mit Geschick und Sachverstand unterstützt“, freut sich Behr.

Finanziell einer der größten Brocken war der barrierefreie Ausbau des Dorftreffs. Der Saal liegt in einer Art Hochparterre – auch als Flut-Fluchtpunkt – der Kleinkaliberschießstand und die Funktionsräume im Halbkeller. Lediglich der Eingang ist ebenerdig. Jetzt verbindet ein Fahrstuhl die drei Ebenen. Der Schacht und sein Eingangsbereich wurden außen an das bestehende Haus angebaut. Dazu hat das Schützenheim noch eine gehbehindertengerechte Toilette bekommen. Auch sportlich wurde die Anlage erneuert. Beide Schießstände bekamen eine digitale Zielauswertung.

Nach dem Tag der offenen Tür am Freitag kann sich der Saal beim Schützenfest vom 7. bis zum 10. Juni bewähren. Später im Sommer kommt dann die Multitaskingprobe: Die Jugendfeuerwehr Neuenfelde empfängt die Jugendfeuerwehr Gummersbach. Dann wird der Festsaal zum Schlafsaal.