Harburg
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Grüne Oase für Lärmgeplagte an der Winsener Straße

Regionalausschuss: Pläne für die Umgestaltung des Parks in Wilstorf und die Sanierung des Sportplatzes Außenmühle vorgestellt

Harburg. An dem Grünen Netz Hamburgs, dessen Maschen vor allem aus dem 1. und 2. Grünen Ring gewoben werden, wird beständig geknüpft. Jetzt soll auch eine Anlage in Wilstorf fest damit verwoben werden. Es geht um die rund 11.000 Quadratmeter große Grünfläche an der Winsener Straße 80. Sie liegt versteckt hinter einem Gebäuderiegel und war bis vor rund fünf Jahren in Privatbesitz. Jetzt aber will die Abteilung Stadtgrün des Bezirks aus diesem bislang eher versteckt gelegenen Grünbereich einen für jedermann zugänglichen Park machen. Und, nicht weniger wichtig, zu einem Bestandteil des 2. Grünen Rings, der auf seiner südlichen Route vom Neuländer See, über die Brücke am Güterbahnhof Harburg, weiter durch den Stadtpark mit Außenmühlenteich bis zum Göhlbachtal und den Wald in Meyers Park führt. Der Park an der Winsener Straße gilt den Planern als ideales Bindeglied zwischen Neuländer See und Außenmühle.

Im Regionalausschuss stellte Landschaftsarchitekt Bertel Bruun vom Planbüro Bruun & Möllers aus Hammerbrook jetzt seinen Entwurf für die Anlage vor. Danach soll der vorhandene alte Baumbestand erhalten bleiben. Ein vorhandener, aber ziemlich heruntergekommener Spielplatz soll von Grund auf erneuert werden. Was die Mitglieder des Ausschusses besonders freute: Bruun hat Mädchen und Jungen, die dort wohnen und zur Schule gehen, nach ihren Vorstellungen und Wünschen befragt. So sieht Bruuns Entwurf neben Sandplatz und Klettergerüst beispielsweise auch eine Hängematte und einen Matschtisch vor.

Das Herz der Anlage bildet nach den Vorstellungen des Planers eine große Lichtung, eine Art Rasenschale (auf dem Gelände gibt es einen Höhenunterschied von sieben Metern), die reichlich Platz bieten soll für Grillfreunde und Sonnanbeter. An den Wegen sind Bänke vorgesehen, auf denen sich vor allem Ältere ausruhen können. Für die Jüngeren gibt es Sitzblöcke, wie sie die Harburger bereits vom Alten Friedhof kennen. Was Bruun dem Ausschuss da präsentierte, stieß auf viel Zustimmung. Ausschussvorsitzende Isabel Wiest (Neue Liberale) sprach beispielsweise von einer Ruhezone für lärmgeplagte Menschen. Für rund 650.000 Euro soll die nun so schnell wie möglich umgesetzt werden. Landschaftsarchitekt Bruun ist zuversichtlich, dass mit den Arbeiten Anfang 2019 begonnen werden kann: „Ich rechne mit einer Bauzeit von einem Dreivierteljahr.“

Rausgeputzt und saniert werden soll auch die Sportanlage Außenmühle. Vor allem die Mitglieder der Freien Sportvereinigung Harburg von 1893 e. V. und die Fußballer des SVS Mesopotamien trainieren hier. Zwar werden auf der Anlage auch Sportabzeichen abgenommen, und auch Schulen nutzen den Sportplatz. Trotzdem soll er in Zukunft noch mehr als bisher von Freizeitsportlern genutzt werden. Deshalb soll u. a. die marode Laufstrecke saniert, ein neuer Zugang geschaffen, ein Basketballfeld und eine Kugelstoßanlage angelegt werden. Die 350.000 Euro, die das kosten wird, sind beantragt und sollen aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtentwicklung (RISE) beigesteuert werden: Der Sportplatz liegt im Fördergebiet Innenstadt/Eißendorf-Ost. Wenn auch die Bezirksversammlung dem Projekt zustimmt – wie vom Regionalausschuss empfohlen – könnte die Umgestaltung (drei bis vier Monate) noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. (kg)