Harburg
Seevetal

Elbdeiche in Seevetal sind sicher

Jährliche Begehung zeigt die Wälle in besserem Zustand als erwartet – lediglich die Decke muss an einigen Stellen ausgebessert werden

Die Deiche zwischen Harburg und der Seeve sind in einem besseren Zustand als erwartet. Das hat die jüngste Deichschau ergeben. Schon seit mehreren Jahren ist der Abschnitt bei Over/Bullenhausen von größeren Schäden verschont geblieben. Und auch die kleineren Schäden, die Wühlmäuse und Maulwürfe verursachen, hielten sich diesmal in Grenzen.

Bei besserem Wetter als erwartet startete die Sichtung des Elbdeiches in Bullenhausen an der Landesgrenze zu Hamburg. Neben Vertretern des Deichverbandes Harburg haben auch Vertreter des Landkreises Harburg und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie von Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr teilgenommen.

Deichschauen sind vom Niedersächsischen Deichgesetz vorgeschrieben und finden zweimal jährlich statt. Dabei wird der „ordnungsgemäße Zustand“ und die Sicherheit der Deiche begutachtet. Der Harburger Deichverband ist dabei für eine 6,2 Kilometer lange Hauptdeichlinie zuständig. Diese erstreckt sich im Seevetaler Ortsteil Bullenhausen von der Landesgrenze zu Hamburg bis zum Seevesiel. Erhaltung, Prüfung und Instandsetzung der Deiche sind Aufgabenbereiche des Verbandes.

Hermann Langerbein, der seit 1997 Deichhauptmann des Harburger Deichverbandes ist, zeigt sich bei der diesjährigen Frühjahrsdeichschau sehr zufrieden mit den Deichen: „Wir hatten hier in den letzten Jahren zum Glück keine großen Schäden. Es bleibt hier eher ruhig.“ Die in den vergangenen Jahren öfter aufgetretenen Probleme mit Mäuselöchern und Maulwürfen wurden dieses Mal nicht festgestellt.

„Es gibt bestimmte Stellen, an denen durch die Strömung immer wieder kleine Schäden auftreten. Diese Bereiche begutachten wir bei den Deichschauen besonders“, sagt Gitta Tschauder aus der Abteilung Boden, Luft und Wasser des Landkreises Harburg. „Durch die Elbvertiefung gab es eine Erhöhung des Tidenhubs. Dadurch ist auch die Strömung des Flusses stärker geworden. In den spezifischen Bereichen muss der Deich wasserseitig mehr geschützt sein“, erklärt Thilmann-Robert Heinrich, Leiter der Abteilung Küsten- und Hochwasserschutz für Landkreis Harburg und Lüneburg des NLWKN. Der Tidenhub ist die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Das vor den Deichen liegende Deckwerk schützt die Deiche vor starker Strömung und Erosion.

„Beim Deckwerk stellten wir Schäden fest. Diese müssen wieder ausgebessert und erneuert werden“, sagt Tschauder. Maßnahmen sind, neuen Sand und Deckwerksteine aufzufahren sowie eventuell Spundwände als Abdichtung gegen das Wasser zu errichten. An der einen Stelle befindet sich allerdings ein Naturschutzbiotop, in das nicht viel eingegriffen werden darf. Dafür werden Gespräche zwischen dem Deichverband, der unter Deichbehörde und der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises sowie der Flächeneigentümer und der NLWKN folgen.

Für die Planung und den Bauauftrag von Deichsicherungsmaßnahmen ist der NLWKN zuständig. Es kann sein, dass die Deiche im nächsten Jahr weiter aufgestockt werden. Das wird nach den neuen Berechnungen des Wasserstandes, die die umliegenden Bundesländer gemeinsam in Auftrag gegeben haben, feststehen. Zur Zeit liegt die Höhe der Deichkrone bei mindesten 8,15 Metern - am Seevesiel sind es sogar 8,51 Meter.