Harburg
Wilhelmsburg

Die IBA einigt sich mit Kleingärtnern

Blick über den Aßmannkanal auf Kleingärten, die bestehen bleiben

Blick über den Aßmannkanal auf Kleingärten, die bestehen bleiben

Foto: Daniela Hoffmann / HA/IBA Hamburg GmbH

Entwickler des Elbinselquartiers wollen Gärten am Aßmannkanal erhalten.

Wilhelmsburg.  Die Kleingartenvereine Unsere Scholle und Sommerfreude können ihre grüne Idyllen am Aßmannkanal weitgehend behalten. Das sieht das Konzept der Quartiersentwicklungsgesellschaft IBA Hamburg vor. Es ist gemeinsam mit den Vereinen entstanden. Diese liegen am Rande des Gebiets, das nach der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße für den Wohnungsbau erschlossen wird.

Zwischen dem Bürgerhaus Wilhelmsburg im Süden und dem Spreehafen im Norden sollen nach der Straßenverlegung ab 2020 drei neue Viertel mit insgesamt rund 4000 Wohnungen entstehen: das Wilhelmsburger Rathausquartier, das Elbinselquartier und das Spreehafenviertel. Der Großteil des zukünftigen Baugebiets liegt zwischen dem Aßmannkanal im Westen und dem Jaffe-Davids-Kanal im Osten. Für das Elbinselquartier werden dabei kleinere Teilflächen der Kleingartenvereine in Anspruch genommen. Als Ersatz sollen weiter nördlich, jenseits des Ernst-August-Kanals, neue Kleingartenflächen entstehen.

„Die Gesamtzahl der rund 250 Parzellen aller Kleingartenvereine im Elbinselquartier bleibt erhalten. Rund 120 von ihnen müssen aber zum Teil verlagert oder nachverdichtet werden“, meldet die IBA. Zum Ausgleich für die Eingriffe werden die Anlagen der beiden Kleingartenvereine aufgewertet: Wege, Strom- und Wasserleitungen sollen saniert und dazu zwei neue Vereinsheime gebaut werden.

Dirk Sielmann, Geschäftsführer vom Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg, lobt die „enge, kooperative und faire Zusammenarbeit“ zwischen Vereinen, Landesbund, der IBA Hamburg und verschiedener Behörden: „Das Wichtigste war, dass die Kleingärten nicht verdrängt werden. Die Parzellen bleiben am Aßmannkanal, die Anlagen werden grundsaniert und Ersatzgärten entstehen in fußläufiger Nähe.“ Sielmann nennt dies ein „gutes Ergebnis, das Modellcharakter für Hamburg hat“.

Auf weiteren Pachtflächen sollen ein innovativer Kleingartenpark mit Gemeinschaftsgärten sowie öffentlich zugänglichen Freizeit-Nutzungen entstehen. Geplant sind unter anderem ein Multifunktionsfeld für Basketball und Fußball sowie ein Grillplatz. Das passt zum Konzept der Wilhelmsburger Kleingärtner. „Statt geschlossener Gesellschaften streben wir ein ,Freundliches WIR ohne Grenzen’ an“, sagt Mariano Albrecht, Vorstandsvorsitzender des Kleingartenvereins Sommerfreude.

Niedrige Hecken, offene Gemeinschaften und mehr Teilhabe der Anwohner, die über keinen Garten verfügen, seien die Ziele des Vereins, so Albrecht. Er freut sich: „Ein Vereinshaus am Wasser, das von vielen genutzt werden kann, und eine Erneuerung der In­frastruktur durch nun zur Verfügung stehende Mittel schaffen eine solide Grundlage für zeitgemäße Kleingartenvereine, die allen offenstehen.“