Harburg
1. Mai

Harburger demonstrierten für Arbeitnehmerrechte

An der Harburger Kundgebung zum Tag der Atbeit nahmen etwa 200 Menschen Teil

An der Harburger Kundgebung zum Tag der Atbeit nahmen etwa 200 Menschen Teil

Foto: Lars Hansen / xl

200 Teilnehmer bei der Demonstration durch die Stadt und der anschließenden Kundgebung im Rieckhof.

Harburg.  Rund 200 Menschen haben an der gewerkschaftlichen Kundgebung zum Tag der Arbeit im Kulturzentrum Rieckhof teilgenommen. Wetter und Brückentag hatten ein wenig auf die Teilnehmerzahl gedrückt. Aber dafür, dass es nach einem Jahr Pause erstmals wieder eine eigene Harburger Veranstaltung gab, waren die Organisatoren sehr zufrieden: „Wir wollen in Harburg präsent sein und zeigen, dass starke Gewerkschaften vor Ort viel erreichen können. Dazu konnten wir den heutigen Tag nutzen!“, sagte Susanne Labusch, Mitglied der DGB-Ortsgruppe Harburg.

Hauptredner war Rajko Pientka von der IG BCE Hamburg:„ Wir kämpfen solidarisch für eine gerechte Gesellschaft, in der alle Beschäftigten einen fairen Anteil an dem Wohlstand erhalten, den sie erwirtschaften“, sagte er. „Wir kämpfen für eine vielfältige Gesellschaft, in der die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gleiche Chancen haben. Wir kämpfen für eine solidarische Gesellschaft, in der Männer und Frauen gute Arbeit haben, und ein selbstbestimmtes Leben führen.“

Olaf Wüpperling, Betriebsrat beim Luftfeder-Hersteller Vibracoustic, wies in seiner Rede auf die laufenden Tarifverhandlungen in der Kautschuk-Industrie hin: „Die Verweigerung der Arbeitgeber überhaupt ein erstes Angebot zu unterbreiten, ist eine bodenlose Frechheit. Wir fordern alle Kolleginnen und Kollegen aus den Harburger Kautschukbetrieben auf: Macht euren Arbeitgebern deutlich, dass wir uns das nicht gefallen lassen.“

Im Namen der Bezirksversammlung hatte Birgit Rajski (SPD) die Teilnehmer der Kundgebung begrüßt: „Mein besonderer Dank geht an die Mitglieder des Harburger Ortsverbands, die diese Veranstaltung gestemmt haben“, sagte sie und ging dann auf den Wandel in der Arbeitswelt ein: „Die in ganz Deutschland geleisteten Arbeitsstunden steigen seit den 90er-Jahren nur leicht an, während die Zahl der gesamten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seitdem stark angestiegen ist. Das bedeutet, immer mehr Arbeiterinnen und Arbeiter müssen sich einen Arbeitsplatz teilen. Ergebnis: Anstieg der Minijobs und Teilzeitbeschäftigung“, sagte Rajski. Gewerkschaften und Politik müssten gemeinsam Ideen entwickeln, wie Arbeit flexibel und auskömmlich verteilt werden kann.