Harburg
Ramelsloh

Hundebesitzer in Sorge: Wer legt Giftköder aus?

Straße "Brackler Grund". Hier sind zahlreiche Giftköder gefunden worden

Straße "Brackler Grund". Hier sind zahlreiche Giftköder gefunden worden

Foto: Niclas Veeser / HA

Am Brackler Grund, einem beliebten Gassi-Weg, sind vergiftete Frikadellen gefunden worden. Nicht der erste Fall in der Region

Ramelsloh.  Handtuchflach verläuft die Straße „Brackler Grund“ am Ortsausgang von Ramelsloh. Felder und Wiesen erstrecken sich auf beiden Seiten des Weges, bevor der Wald beginnt. Rehe trauen sich scheu an den Waldrand und beäugen die Spaziergänger. Ein idealer Ort für einen Ausflug mit dem Hund. Seit Mitte der Woche trübt jedoch die erneute Nachricht von der Vergiftung eines Hundes die Idylle.

Auf dem Weg zum ehemaligen Nato-Depot waren bereits am Mittwoch, 25. April, Giftköder entdeckt worden. Gegen 15.30 Uhr hatte eine Australian Sheperd Hündin einen der Köder gegessen. Die Halterin wurde darauf aufmerksam und brachte den Hund sofort zum Tierarzt. Dort wurde ihm umgehend ein Brechmittel verabreicht. Der Hund überlebte. Bei den gefundenen Ködern, handelt es sich um präparierte Frikadellen. In die Fleischbällchen wurden Tabletten eingearbeitet. Die Halterin der betroffenen Hündin brachte die Giftköder zum Tierarzt. Von dort wurde auch die Polizei verständigt, welche die vergifteten Frikadellen sicher stellte. Auch am Fundort im Brackler Grund, wurde noch nach weiteren Ködern gesucht. Um was für Tabletten es sich genau handelt und ob diese untersucht werden, steht laut Polizei noch aus.

Eva Meyer betreibt ganz in der Nähe einen Hundehof im Wald zwischen Ramelsloh und Marxen. Das weitläufige Gelände liegt nur wenige Minuten von der Stelle entfernt, an der die Giftköder ausgelegt wurden. Sie hat, wie viele andere Hundebesitzer, über einen örtlichen Tierarzt davon erfahren. Die Verhaltensbiologin geht jedoch nicht davon aus, dass die Köder in Zusammenhang mit ihrem Hundehof abgelegt wurden. „Die Pensionshunde bleiben immer auf unserem eingezäunten Gelände. Nur selten sind wir auch außerhalb unterwegs“, so Meyer. Sie vermutet, dass die Attacke Spaziergängern gelte. Der Weg sei sehr beliebt bei Hundebesitzern.

Ronald Mehl, Rentner aus Jesteburg, holt soeben seinen Hund aus der Pension ab. Er ist eher selten hier unterwegs. Dennoch meint er: „Man macht sich schon Gedanken und ist besonders aufmerksam, was der Hund so macht“. Der Hundehalter ist wütend und berichtet, dass er auch selbst schon solche Vorfälle bei der Polizei gemeldet habe. Eine weitere Frau die gerade mit ihren Hunden auf den Brackler Grund einbiegt, ist geschockt. Sie gehe hier jeden Tag morgens und abends mit ihren drei Hunden spazieren. Jede Meldung über Giftköder mache ihr Angst und verunsichere Hundebesitzer.

Am Mittwoch, habe Sie hier einen Mann mit einem weißen Kombi gesehen. Dieser habe, zwei Tüten in der Hand gehabt und „etwas im Gebüsch gemacht“, sagt sie. Nun überlege sie, die Beobachtung bei der Polizei zu melden.

In den sozialen Netzwerken wie Facebook macht die Nachricht schnell die Runde. In Gruppen warnen sich die Hundehalter gegenseitig. Bilder der Giftköder werden hochgeladen.

Die Tierarztpraxis, in welcher der betroffene Hund behandelt worden war, warnt Hundebesitzer in der Region. Auch die Polizei im Kreis veröffentlicht ihre Mitteilung via Nachrichtendienst Twitter.

In der Vergangenheit wurden im Landkreis immer wieder Giftköder gefunden. So wurden im Herbst 2015 mehrere Tiere auf den Reetwiesen in Hittfeld vergiftet. Auch damals wurden präparierte Frikadellen gefunden. In Scheeßel im Nachbarkreis Rotenburg, kam Anfang 2017 für zwei Labradore jede Hilfe zu spät. Die Hunde hatten mit Insektizid vergiftetes Hundefutter gefressen. Der aktuelle Fund in Ramelsloh bestärkt die Hundehalter der Region also, weiterhin aufmerksam und wachsam durch Wald und Wiesen zu gehen.

Zeugen die verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 04105 6200 bei der Polizei in Hittfeld zu melden.