Unfallschwerpunkte

Bahlburger Kreuz soll sicherer werden

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Rolf Zamponi
Polizeihauptkommissar Frank Waldhaus befasst sich seit zwei Jahren mit Unfällen im Landkreis Harburg

Polizeihauptkommissar Frank Waldhaus befasst sich seit zwei Jahren mit Unfällen im Landkreis Harburg

Foto: Rolf Zamponi / HA

Polizei legt für Winsen Liste mit Bereichen mit vielen Unfällen vor. Kommission befasst sich mit der Abhilfe.

Winsen.  In der Kreisstadt und auf den Straßen zu ihren Ortsteilen hat die Polizei zehn Unfallschwerpunkte ausgemacht. Sie zeigen an, wo es im Verkehr am häufigsten kracht und Menschen verletzt werden. Die Ergebnisse gehen auf die jüngste Sitzung der Unfallkommission zurück, in der Experten über Konsequenzen diskutieren.

Die wichtigste derzeit: Das Bahlburger Kreuz, derzeit ein Knotenpunkt zwischen der Landesstraße 234 und der Kreisstraße 37 soll im kommenden Jahr zu einem Kreisverkehr umgebaut werden.

Sieben Unfälle, einer davon mit einem Schwerverletzten, ereigneten sich in diesem Bereich von 2014 bis 2016 (siehe Infokasten zur Statistik). „Grundsätzlich gelten Kreisverkehre als gute Lösungen, weil durch die herabgesetzte Geschwindigkeit weniger Unfälle geschehen und die Folgen weniger schwer sind“, sagt Polizeihauptkommissar Frank Waldhaus, der die Unfalldaten für den gesamten Landkreis Harburg seit zwei Jahren auswertet. Waldhaus weiß aber auch: „Der Bau von Kreiseln ist eine teure Lösung.“

Möglich wäre diese Lösung auch am „Pattenser Spitz“, der ebenfalls zu den zehn Schwerpunkten zählt. Problematisch ist hier das Linksabbiegen von Fahrzeugen, die aus Pattensen kommen und nach Winsen wollen. Sechs Mal kam es zu Unfällen mit aus Winsen auf die Einmündung zufahrenden Autos. Einmal kollidierten zwei Fahrzeuge frontal. Auch hier wurden sechs Mal Menschen leicht, ein Mal schwer verletzt.

Hauptkommissar Waldhaus verweist auch auf den Rechtsabbieger Richtung Pattensen. Würde er verkürzt, würden die Rechtsabbieger langsamer. Dies würde zudem für nachfolgende Autos gelten, die geradeaus fahren wollen. Eine Entscheidung steht an diesem Knotenpunkt jedoch noch aus.

Für den Kreisel an den Kreisstraßen 87 Lüneburger Straße und 84 (Osttangente) nahe einem Burger-Schnellrestaurant hat Waldhaus 14 Unfälle auch mit Radfahrern in drei Jahren gezählt – alles Leichtverletzte. Dabei gilt: Jeder, der nach einem Unfall über Schmerzen klagt, fällt in diese statistische Kategorie.

Als Schwerverletzte kommen Menschen in die Statistik, die in ein Krankenhaus aufgenommen werden. Im Kreisel sollen nun noch in diesem Jahr die Markierungen deutlich nachgezogen werden. Das soll den Autoverkehr nach außen lenken und damit die Geschwindigkeit verringern.

Eine höhere Sicherheit an der Ausfahrt von Restaurant und Waschanlage erwartet Waldhaus nachdem an der Osttangente Hecken gestutzt wurden. Gefährlich ist es hier vor allem für Radfahrer, weil sie entgegen der Richtung des Autoverkehrs unterwegs sind. An der Straße soll nun ein Zusatzschild helfen, dass auf die Radfahrer in beiden Fahrtrichtungen hinweist.

Auffallend viele Radfahrer waren im Zuge der Lüneburger Straße und Hansestraße und der sie querenden Bahnhofsstraße beteiligt. 18 Leichtverletzte hat die Polizei in drei Jahren gezählt. Sie verteilen sich aber auf verschiedene Abzweigungen. Allein drei Mal waren Radfahrer auf dem Rechtsabbieger auf die Hansestraße betroffen.

Als Expertengremium entscheidet die Unfallkommission im Landkreis, wo eingegriffen werden soll. Ihre Geschäftsführung liegt bei der Polizei, Städte, Gemeinden, der Kreis und das Land sind als Verkehrsbehörden vertreten. Dazu kommen die Straßenbaulastträger, zu denen etwa der Betrieb Kreisstraßen zählt.

Die positive Nachricht für die Vertreter der Kommission kommt aus der Winsener Innenstadt. Die Kreuzung Schanzenring, Von-Somnitz-Ring, Eckermannstraße galt zunächst mit sieben Unfällen und einem Unfall mit Schwerverletzten ebenfalls als Unfall-Häufungspunkt. Doch nach dem Umbau im Zuge der Sanierung kam seit 2016 kein Vorfall mehr dazu. „Deshalb besteht derzeit kein Handlungsbedarf“, freut sich Hauptkommissar Waldhaus.

Unfall-Statistik

Für Unfall-Häufungsstellen gibt es bei der Polizei drei Definitionen. Innerhalb von Orten wird ein Bereich zum Schwerpunkt, wenn innerhalb eines Jahres fünf Unfälle der gleichen Art, also etwa Auffahrunfälle, passieren. Gezählt wird zudem im Drei-Jahres-Rhythmus. Kriterium: Fünf Unfälle mit Verletzten im selben Bereich.

Außerhalb von Ortschaften wird nur in Intervallen von drei Jahren gezählt. Unfälle mit Leichtverletzten werden mit zwei Punkten, bei Schwerverletzten mit fünf Punkten bewertet. Kommen 15 Punkte und mehr zusammen, gilt der Bereich als Unfall-Häufungspunkt.

( rz )

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