Harburg
Landkreis Harburg

Lange Ausbildung: Sorge um Feuerwehr-Nachwuchs

Feuerwehrleute aus dem Landkreis Harburg bei einem Großeinsatz in Klecken. Hier brannte im Jahr 2015 eine Asylbewerberunterkunft nieder

Feuerwehrleute aus dem Landkreis Harburg bei einem Großeinsatz in Klecken. Hier brannte im Jahr 2015 eine Asylbewerberunterkunft nieder

Foto: JOTO

Junge Leute und Quereinsteiger dürfen erst nach der Grundausbildung mit zum Einsatz – das kann dauern.

Landkreis Harburg.  Unruhe bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Harburg. Stadt- und Ortsbrandmeister sowie Kreisbrandmeister Volker Bellmann sehen eingeschränkte Möglichkeiten beim Einsatz von jungen Aktiven von 16 bis 18 Jahren aber auch älteren Quereinsteigern, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Hintergrund ist eine von der Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) herausgegebenes Infoblatt, das die Voraussetzungen für einen Einsatz von Feuerwehrleuten verdeutlicht.

„In unseren Infoblättern geben wir eine vereinfachte Übersicht über die bestehenden gesetzlichen Regelungen, Verordnungen oder auch Feuerwehr-Dienstvorschriften. Damit wollen wir den Wehren eine Hilfestellung geben“, sagte die Sprecherin der Unfallkasse, Kristina Harjes, am Montag in Hannover. Die Gesetzeslage habe sich jedoch nicht verändert. Sie wurde jetzt mit Hilfe einer Ampel-Darstellung auf dem Info-Blatt nur neu dargestellt. Die Frage des Versicherungsschutzes bleibt dabei ebenfalls unberührt.

Zu wenig Lehrgänge

Die Ampel weist aus, dass neue Feuerwehrleute ohne die Grundausbildung (Truppmann I) nicht an Einsätzen teilnehmen können. Das aber, so befürchten Feuerwehrleute, könnte dazu führen, dass das Interesse an einem Engagement zurückgehen könnte. Denn die Lehrgänge werden teilweise nur ein Mal pro Jahr angeboten. So könnten sich für Nachwuchskräfte lange Wartezeiten ergeben. Im schlechtesten Fall würden sich diese Menschen dann anders orientieren. Schließlich dürften viele angehende Feuerwehrleute wenig Interesse daran haben, über lange Zeit hinweg in der zweiten Reihe zu stehen und bei Einsätzen nur zuzuschauen.

Kreisbrandmeister Bellmann kennt die Lage. „Wir sind im Gespräch mit der Unfallkasse“, sagt er, räumt aber die Unruhe bei den Feuerwehren im Landkreis ein. „Jetzt wollen wir gemeinsam nach einem gangbaren Weg für die Zukunft suchen.“

Die nächste Chance dazu besteht am kommenden Freitag. Dann will die FUK zum Unfallgeschehen und den Unfallschwerpunkten im Landkreis Harburg im Jahr 2017 aber auch zu derzeit aktuelle Themen Stellung nehmen. In Winsen wird dazu neben dem stellvertretenden Landrat Uwe Harden und Uwe Quante, Regierungsbrandmeister und Mitglied des Vorstandes der FUK Niedersachsen, auch Kreisbrandmeister Bellmann erwartet.

Die FUK Niedersachsen ist als gesetzliche Unfallversicherung für alle im Feuerwehrwesen Tätigen zuständig und als solche Einrichtung die größte Kasse ihrer Art bundesweit. Sie wurde als landesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung errichtet. Versichert sind vor allem die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren und ihrer Abteilungen und alle im Feuerwehrdienst Beschäftigten, soweit sie nicht ohnehin als Beamte versicherungsfrei sind. Insgesamt ist die FUK in Niedersachsen für 200.000 Versicherte zuständig. Die Rechtsaufsicht über die Kasse liegt beim Sozialministerium in Hannover.