Harburg
HR-Regional

Nervendes Einkaufsradio

Eigentlich gehe ich gern einkaufen! Logisch, wer gern kocht – der kauft auch gern die Zutaten dafür ein und den ganzen Rest, der einem einfach so in die Finger fällt. Mir macht das Freude. Wäre da bloß nicht diese permanente Bespaßung im Discountladen.

Das Einkaufsradio stört meine Konzentration, wenn ich versuche, ohne auf den Zettel zu gucken, an alles zu denken, was ich brauche.

Früher konnte ich wie in Trance durch die Gänge stromern, wohlwissend, nach Obst und Gemüse kommt Klopapier, dann Dosen, Tiefkühlkost, Kaffee und mein liebes Weinregal.

Während ich also den Laden ablief, fiel mir normalerweise immer rechtzeitig ein, was ich einkaufen wollte und musste. Aber heute dröhnt mich die ganze Zeit dieses Radio im Hintergrund voll!

Dieses oder jenes sei im Angebot, aus dem oder etwas Anderem könnte man ein tolles Mahl zaubern und wenn es nicht gerade um die Produktpalette geht, muss ich Musik ertragen, die ich zu Hause sofort wegschalten würde. Mein Einkaufs-Flow ist gestört.

Während der Ärger in mir aufsteigt, beobachte ich meine Mitstreiter. Scheint außer mir niemanden zu stören. Okay, die haben auch alle Zettel oder einfach sowieso keinen Plan.

Schweißgebadet bringe ich meinen Einkauf ohne Gedächtnisstütze zu Ende. Es folgt, was folgen muss: An der Kasse fällt mir siedend heiß ein, was ich vergessen habe. Ich drängele mich also an der Schlange hinter mir vorbei, renne durch den Laden, sprinte zurück, schiebe mich wieder an der wartenden Masse vorbei und bezahle. Das haben die nun davon, dass sie mich so durcheinandergebracht haben.