Harburg
Ehestorf

Nachkriegszeit soll lebendig werden

Darsteller zeigen den Museumsbesuchern, wie und mit welchen Mitteln früher Licht gemacht wurde

Darsteller zeigen den Museumsbesuchern, wie und mit welchen Mitteln früher Licht gemacht wurde

Foto: Petra Diehl / FLMK

Das Freilichtmuseum am Kiekeberg sucht noch einen Koordinator für das Projekt „Königsberger Straße“.

Ehestorf.  Um Geschichte lebendig zu machen, setzt das Freilichtmuseum am Kiekeberg immer wieder Darsteller ein, die zeigen, wie das Leben in alten Bauernhäusern früher war. Gleiches hat das Museum für sein neues Großprojekt der Nachkriegszeit „Königsberger Straße“ vor. Die neue Darstellergruppe macht dann die junge Vergangenheit ab 1945 lebendig. Für die Ausbildung und Vorbereitung der neuen Gruppe sucht das Museum eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter.

Der neue Kollege baut die neue Gruppe komplett neu auf. „Dazu gehört unter anderem die wissenschaftliche Recherche, Material- und Ausbildungsplanung und die Organisation vor Ort“, sagt Steffen Otte, Projektleiter der Geschichte-Gruppen. Die neue Stelle ist auf 450-Euro-Basis angelegt und beispielsweise für Volkskundler und Politikwissenschaftler geeignet, die sich mit der deutschen Nachkriegsgeschichte beschäftigt haben.

Die „Königsberger Straße“ ist das nächste große Projekt im Freilichtmuseum am Kiekeberg. In den kommenden Jahren entsteht ein Straßenzug, der das Leben auf dem Dorf von 1945 bis in die 1970er-Jahre zeigt. Siedlungshäuser mit Selbstversorgergarten, ein kleiner Aussiedlerbauernhof, Spielplatz und Tankstelle bieten einen passenden Rahmen für die Darsteller. Sie zeigen in Blaumann, Kittelschürze und Holzpantinen, was das Leben auf dem Lande ausmachte. Die Stellenausschreibung ist im Internet unter www.kiekeberg-museum.de/stellen zu finden.

Die Idee der so genannten „Living History“ stammt aus den angelsächsischen Ländern, Skandinavien und den Niederlanden. Seit 2004 ist das Projekt Gelebte Geschichte ein fester Bestandteil des Programms im Freilichtmuseum. Ehrenamtliche Darsteller zeigen als Mudder und Vadder, Magd, Knecht und Häusling, wie sie 1804 in der Lüneburger Heide lebten. Die Besucher können den Darstellern über die Schulter gucken, Fragen stellen und im Gespräch mehr über das Leben der früheren Heidjer lernen.

„Bei der Gelebten Geschichte zeigen wir ganz bewusst den normalen Alltag, der nicht in Geschichtsbüchern steht“, sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. Die einfachen Leute auf dem Lande stehen im Vordergrund. Und so soll es auch bei der neuen Gruppe für die Nachkriegszeit sein: „Das traditionelle Leben trifft auf, wie wir heute sagen, modernen Lifestyle. Die Orte verändern sich, insbesondere die neu Zugezogenen aus dem früheren deutschen Osten bringen andere Gebräuche mit.“