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Lösung für Verkehrsknoten nicht in Sicht

Die Kreuzung Hauptstraße/Lüllauer Straße/Brückenstraße gilt als größter Verkehrsbrennpunkt in Jesteburg

Die Kreuzung Hauptstraße/Lüllauer Straße/Brückenstraße gilt als größter Verkehrsbrennpunkt in Jesteburg

Foto: Lutz Kastendieck / HA

Planer und Politiker favorisieren einen Kreisel, doch dafür muss die Gemeinde Flächen kaufen – deren Eigentümer sperrt sich.

Jesteburg.  Die Suche nach einer Lösung für den schwierigsten Verkehrsknoten in Jesteburg geht in die nächste Runde. Nachdem ein Gutachterbüro ausdrücklich einen Kreisel für die Kreuzung Hauptstraße/Lüllauer Straße/Brückenstraße empfahl, sollen nun erneut Gespräche mit dem Grundstückseigentümer Jürgen Meyer geführt werden.

„Ein Kreisel ist erheblich leistungsfähiger als eine Ampelanlage und deshalb unbedingt zu empfehlen. Doch dafür braucht es eben jenes Stück Grund und Boden, das der Gemeinde bislang nicht gehört“, sagte André Novotny von der Lüneburger Ingenieurgesellschaft für Bau- und Vermessungswesen Lüneburg am Mittwochabend in der Sitzung des Jesteburger Straßen- und Wegeausschusses.

Bei dem besagten Areal am Abzweig Lüllau handelt es sich um 2092 Quadratmeter, die sich im Privatbesitz der Familie Meyer befinden. Seit 2005 laufen deshalb Gespräche über einen Ankauf der Fläche. Doch eine Veräußerung lehnten die Grundbesitzer bislang ab. Die Politik habe jahrelang nicht mit ihm gesprochen, ließ Jürgen Meyer am Rande der Ausschusssitzung wissen. Vielleicht wäre man sonst schon ein Stück weiter.

Für den Gemeinderat habe der Brennpunkt laut der Bauausschussvorsitzenden Britta Witte (CDU) jedenfalls „oberste Priorität“. Weil sich der Autoverkehr vor allem in den Hauptverkehrszeiten oft staue, müsse endlich eine Lösung her. Doch da die Verhandlungen mit der Familie Meyer lange Zeit festgefahren waren, sind zwischenzeitlich auch wieder andere Alternativen erwogen worden. Neben einer Abbiegespur wurde auch eine intelligente Ampel geprüft. Für eine neue Vorplanung sind aus Mitteln der Städtebauförderung extra 75.000 Euro zur Verfügung gestellt worden. Bis zu 13.500 Fahrzeuge passieren täglich den Knotenpunkt allein auf der Landesstraße 213. Das ergab die jüngste Verkehrszählung Ende November 2017. Deshalb sei ein Kreisel an dieser Stelle die effektivste Lösung, so die Gutachter.

„Um diese Variante nun endlich umsetzen zu können, muss die Gemeinde eine Einigung mit dem Grundeigentümer erzielen, dessen Gebäude dem Kreisel zum Opfer fallen würde“, sagt Hansjörg Siede von der Unabhängigen Wählergemeinschaft Jesteburg (UWG Jes), zugleich Vorsitzender des Straßen- und Wegeausschusses.

Seine Fraktion befürwortet die vorgestellte Kreisellösung ausdrücklich. Sie beantragte deshalb, dass Politik und Verwaltung gemeinsam mit Jürgen Meyer weitere Sondierungsgespräche führt. Eine Enteignung des Grundeigentümers, wie sie immer wieder ins Gespräch gebracht, wäre für Siede „die schlechteste aller Vorgehensweisen“.

Derweil lassen auch die angestrebten Ampeln in der Schützenstraße weiter auf sich warten. Besonders bitter ist das im Fall der Anlage an der Einmündung des Schierhorner Wegs. Sie wird von Schülern und Eltern zur Schulwegsicherung gefordert und sollte in den Osterferien errichtet werden. Nachdem die Landesstraßenbehörde – die Schützenstraße ist Teil der Landesstraße 213 – den Bau der Ampel prinzipiell ablehnte, hatte sich die Gemeinde entschlossen, sie auf eigene Kosten bauen zu lassen. Ging sie dabei anfangs von Kosten in Höhe von 35.000 Euro aus, so ergaben konkrete Angebote eine Verdoppelung. Auch die zweite Anlage auf Höhe der neuen Feuerwache wird erheblich teurer werden. Hier sind rund 30.000 Euro aufgerufen. Ob sich die Gemeinde zwei Ampeln für 100.000 Euro leisten will, soll eingehend beraten werden.