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Winsen

SPD steigt aus Wettbewerb für Winsens Innenstadt aus

Weiter Streit um autofreie City – Sozialdemokraten sehen keine richtungsweisenden Änderungen bei Planungen

Winsen. Die SPD ist raus. Sie wird sich künftig nicht mehr an dem geplanten Wettbewerb zur Neugestaltung der Winsener Innenstadt beteiligen. SPD und Grüne stimmten am Mittwochabend im Planungsausschuss gegen die Auslobung des Wettbewerbs. Dennoch wurde sie von CDU, der Winsener Liste, der AfD und der FDP beschlossen.

Hintergrund für die Entscheidung der Sozialdemokraten ist vor allem ihre Kritik an dem Mobilitätskonzept für die Innenstadt. Schon in der vergangenen Ratssitzung kurz vor Weihnachten hatten SPD und Grüne gegen das Verkehrskonzept im Rahmenplan für das Projekt „Winsen 2030“ gestimmt. „Es soll zwar ein neues Pflaster verlegt werden. Wir sehen aber nicht den Willen, etwas in der Innenstadt richtungsweisend zu verändern“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Benjamin Qualmann am Donnerstag. Im Ausschuss sei nun erneut über Parkplätze vor den Geschäften diskutiert worden.

Auf den für sie vor allem störenden Parkplatzsuchverkehr hatte die SPD aber schon im Dezember hingewiesen. „Allein durch Nordertor-, Markt- und Deichstraße fahren täglich 2000 Autos, durch Markt- und Deichstraße 1200“, so Qualmann in der damaligen Ratssitzung. Nur eine autofreie Innenstadt sei aber attraktiv und werde dazu führen, dass sich dort künftig mehr Menschen aufhalten würden.

Der SPD-Fraktionschef verweist auch darauf, dass sich die Partei bei den Planungen nicht mehr mitgenommen fühlt. Hintergrund dafür sei, dass das nun einzusetzende 13köpfige Preisgericht für die kommenden Schritte verantwortlich zeichne. „Ihre Vorschläge werden der Politik zwar vorgelegt, können aber nur schwer abgelehnt werden“, sagte Qualmann. Die SPD hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Politik die Mitglieder der Jury benennen sollte. Sie konnte sich aber nicht durchsetzen. Jetzt hat der Sanierungsbeirat der Stadt die Mitglieder ausgesucht.

Zu den Sachpreisrichtern gehören Superintendent Christian Berndt, Bürgermeister André Wiese und für die Wirtschaft Theo Bettendorf und Patricia Stratmann. Die sieben Fachpreisrichter sind vor allem Landschaftsarchitekten. Die Stadt vertreten Architekt Alfred Schudy und Angelina Gastvogel.

Der Wettbewerb wird jetzt europaweit ausgeschrieben. Das Preisgericht soll Ende September über den Sieger unter zwölf teilnehmenden Büros entscheiden. Entwicklungsziele sind die Begehbarkeit der City für alle Generationen, ein neues Grün- und Beleuchtungskonzept und ein stärkerer Bezug zur stadtbildprägenden Gebäuden. Das Thema Wasser mit den drei Flüssen Elbe, Luhe und Ilmenau soll mehr Gewicht bekommen, Von Oktober an soll dann der beste Entwurf voraussichtlich im Rathaus ausgestellt werden.

Die politische Diskussion wird dann am 8. März im Verwaltungsausschuss weitergehen. Abschließend soll der Stadtrat am 14. März entscheiden.