Harburg
Wildblumenwiesen

Buchholz: Bienenschutz mit bunter Wiese

So können angelegte Blühflächen aussehen: Wolfram Klein zeigt eine Wildbumenwiese am Esteburg Obstbauzentrum Jork

So können angelegte Blühflächen aussehen: Wolfram Klein zeigt eine Wildbumenwiese am Esteburg Obstbauzentrum Jork

Foto: Angelika Hillmer / HA

Die Stadt beteiligt sich an einem Projekt zum Schutz der Bienen. Wildblumenwiesen sind in Holm-Seppensen geplant.

Buchholz.  Die Stadt Buchholz unterstützt künftig das Netzwerk Blühende Landschaft. Das hat der Verwaltungsausschuss auf Initiative der CDU-Fraktion im Stadtrat einstimmig beschlossen. Ziel des im Frühjahr 2016 gestarteten Projekts „BienenBlütenReich“ ist es, die Nahrungs- und Lebensgrundlage von Insekten spürbar zu verbessern. „Als Partner des Projekts müssen Kommunen mindestens drei Blühflächen in einer Gesamtgröße von bis zu 500 Quadratmetern anlegen. Das sollte Buchholz gelingen“, sagte CDU-Ratsherr Jan Stöver.

Zum Anforderungsprofil gehören zudem die Aufstellung von Infotafeln, das Verteilen von Infoflyern, Führungen in der Hauptvegetationsperiode und eine minimale Dokumentation über die Entwicklung der Blühflächen. Das Netzwerk Blühende Landschaft unterstützt im Gegenzug seine Partner mit der Bereitstellung von Saatgut sowie der umfassenden Beratung zur Anlage und Pflege der Flächen.

Der Vorstoß der Christdemokraten ist ein weiterer Versuch, das Thema in Buchholz auf die politische Agenda zu bringen. Bereits Ende Oktober 2017 hatte die Buchholzer Liste (BuLi) einen ähnlichen Antrag zum aktiven Insektenschutz eingebracht. Unter dem Motto „Buchholz blüht auf“ sollten auf Verkehrsinseln, an Kreuzungen und im sogenannten Straßenbegleitgrün Wildblumenwiesen angelegt werden.

Stadtverwaltung hat bereits passende Flächen gefunden

„Laut jüngst publizierter Studien ist die für Insekten lebensnotwendige Biomasse in den vergangenen drei Jahrzehnten um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Deshalb sollte auch Buchholz hier seinen Beitrag leisten, um dem mit der Gestaltung geeigneter Flächen entgegenzuwirken“, hatte BuLi-Fraktionschef Christoph Selke erklärt. Damit würde sich die Stadt nicht zuletzt als „Kommune der biologischen Vielfalt“ profilieren.

Als erste Standorte wurden seinerzeit die Schützenstraße und die Hamburger Straße benannt sowie der Bereich um die Trafostation an der Lindenstraße. Es kämen aber ebenso die Ränder von Regenrückhaltebecken und Grünflächen in Wohnsiedlungen in Betracht. „Um die Blütezeit zu verlängern, sollte die Aussaat zeitlich gestaffelt erfolgen“, sagte Selke. 10.000 Euro sollten dafür in den Haushalt 2018 eingestellt werden.

Die Stadtverwaltung unterstützt die Initiative. „Die Abteilung Stadtgrün hat bereits Kontakte mit Imkern und Insektenfreunden in Holm-Seppensen geknüpft, wo die Suche nach geeigneten Flächen schon erfolgreich war“, sagte Rolf-Peter Kaufhold, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung. Darüber hinaus würden mit ortsansässigen Landwirten, Vertretern des Landvolks und der Landwirtschaftskammer Gespräche für weitergehende Kooperationen geführt.

Unterdessen gab es im jüngsten Verwaltungsausschuss keine Mehrheit für ein generelles Verbot, das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf städtischen Flächen einzusetzen. Dies hatten die Grünen ebenfalls zum Schutz der Insekten gefordert. Damit wird es auch künftig keine Klausel in Pachtverträgen geben, die Pächter zum Verzicht auf glyphosathaltige Mittel verpflichtet.

„Seit 1990 sind in Deutschland 75 Prozent der Insektenpopulation und 57 Prozent aller Vögel verloren gegangen. Dieser Rückgang ist dramatisch. Deshalb sollte auch die Stadt Buchholz zu weitgehenden Gegenmaßnahmen bereit sein“, sagte der grüne Ratsherr Joachim Zinnecker.

Einsatz von Glyphosat schadet biologischer Vielfalt

Glyphosathaltige Herbizide sind laut Umweltbundesamt „entscheidend mitverantwortlich“ für den Verlust an biologischer Vielfalt. Außerdem habe die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Obwohl Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) die Zulassung Ende 2017 in einem Alleingang für weitere fünf Jahre erteilt habe, sei es höchste Zeit, den lokalen Ausstieg einzuleiten.