Harburg
HR-Regional

Freddie zeigt, wie man oben bleibt

!. Preis: Frederik Scheike bringt Kindern beim TuS Harburg das Schwimmen bei

Es sind Momente wie diese, an denen Frederik Scheike weiß, dass sein Einsatz sich gelohnt hat: wenn ein Kind nach Stunden des Zögerns und der Angst schließlich doch den Sprung in seine Arme wagt, hinein ins Wasser, sich auffangen lässt und mit Armen und Beinen paddelnd zurück an den Beckenrand schwimmt, wenn aus Zögern und Zaudern Handeln und Entschlossenheit wird, und ein kleiner Mensch über seine Grenzen geht. Dann spürt der junge Mann vom TuS Harburg, dass sich jede Minute, die er sich für die Kinder eingesetzt hat, gelohnt hat. Dreimal in der Woche ist der 21 Jahre alte Lüneburger ehrenamtlich als Trainer in der Bostelbeker Halle im Einsatz. Bringt Kindern im Alter von drei bis neun Jahren das Schwimmen bei. Darüber hinaus hat er auf eigene Initiative und mit finanzieller Unterstützung des Hamburger Sportbundes Schwimmkurse eingerichtet, die sich gezielt an Flüchtlingskinder wenden. Jetzt will er sein ehrenamtliches Engagement weiter ausweiten und auch Flüchtlingskinder mit Handicap sowie Kinder mit Migrationshintergrund, die eine Behinderung haben, in die Schwimmhalle holen. Zur Integration durch den Sport soll die Inklusion kommen. „Ich möchte den Kindern in unserer Gesellschaft eine Chance geben“, sagt er. „Ihnen neue Möglichkeiten eröffnen und vor allem ihr Selbstbewusstsein stärken.“

Frederik Scheike, den alle nur „Freddie“ nennen, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig und prägend ein guter Trainer in der Kindheit und Jugend sein kann. Er hat selbst Fußball im Verein gespielt. Sein Trainer war für ihn mehr als ein Lehrer. Er war Vorbild, Motivator, Förderer. Ziel seines ehrenamtlichen Engagements, in das er jede Woche rund zehn Stunden steckt, ist, gerade Kindern, die fremd in Deutschland sind, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln. „Sie sollen sich mit der Gruppe verbunden und in Deutschland wohl fühlen“, sagt er. Wieviel Sport dazu beitragen kann, hat er in den vergangenen Monaten immer wieder erlebt. Seit Beginn seiner Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann im August 2016 hat er hunderten Kindern das Schwimmen beigebracht. Und zwar in seiner Freizeit. „Es geht mir nicht darum, das große Geld zu verdienen“, sagt er. Wichtiger sei ihm, dass die Aufgaben Spaß machen und einen erfüllen. Dann komme der Erfolg von ganz allein. Auch künftig möchte „Freddie“ möglichst viel Zeit mit Kindern verbringen, vielleicht später als Lehrer in einer Grundschule arbeiten. Doch erstmal will er an seinem Projekt weiterarbeiten. Derzeit wartet er auf Rückmeldung aus den Flüchtlingsunterkünften. Sobald er fünf Kinder mit Handicap zusammen hat, will er starten.