Harburg
Elstorf

Minister Althusmann korrigiert Aussage zur Ortsumfahrung

Offener Brief sei falsch interpretiert worden. UWG erneuert Forderung nach Wohnbebauung im Norden von Elstorf

Elstorf. Der offene Brief vom niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminisiter Bernd Althusmann (CDU) und dem CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke hat für Irritationen bei Politik und Verwaltung in Neu Wulmstorf gesorgt. Althusmann und Schönecke hatten in dem Schreiben den Rat und die Verwaltung in Neu Wulmstorf gebeten, erst dann die Planung für eine Wohnbebauung in Richtung Trasse der Ortsumfahrung Elstorf vorzunehmen, wenn der Verlauf der Ortsumfahrung fest steht. „Es scheint, unsere Erklärung wurde falsch interpretiert“, teilte Althusmann jetzt mit.

Der Hintergrund: die Gemeinde Neu Wulmstorf plant neue Wohnflächen in Elstorf. Der Masterplan sieht 540 neue Wohneinheiten für Elstorf und Schwiederstorf vor. Ein Teil davon soll im Westen von Elstorf entstehen - dort, wo möglicherweise die Ortsumfahrung entlangführen soll. Warum die Gemeinde ausgerechnet jetzt, da die seit Jahrzehnten ersehnte Ortsumfahrung endlich realisiert werden soll, die Planungen für Wohnflächen in der gleichen Ecke anschiebt, ist für viele Einwohner nicht nachvollziehbar. Sie befürchten, dass die Pläne das Straßenprojekt behindern könnten.

Doch das niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsministerium hatte bereits vor Wochen versichert, dass es nicht dazu kommen müsse. „Eine Interessenkollision muss sich nicht ergeben, wenn die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Planung der Ortsumfahrung Elstorf aufeinander abgestimmt werden. Die Landesstraßenbehörde wird Abstimmungsgespräche mit der Gemeinde führen. Ziel ist es, beide Planungen in Einklang zu bringen“, hatte das Ministerium gegenüber dem Hamburger Abendblatt Anfang Januar erklärt. Das ist auch der Wortlaut einer Stellungnahme an die Neu Wulmstorfer Verwaltung. Das aktuelle offene Schreiben von Althusmann und Schönecke wertete Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig dann als Widerspruch zur vorherigen Stellungnahme des Ministeriums.

Jetzt stellte der Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann klar: „Im Hinblick auf die Wohnbauerweiterungen bitte ich die Gemeinde Neu Wulmstorf selbstverständlich nicht, ihre Entwicklungspläne zu stoppen“, sagte er. „Es geht in unserer Stellungnahme um die konkrete Ausweisung von Bauland. Hier wäre meine Bitte, dass nicht kurzfristig und als erstes diejenigen Flächen entwickelt werden, die im Westen von Elstorf liegen. Dort befindet sich die zurzeit als am wahrscheinlichsten zu bewertende Trassenführung der Umgehungsstraße.“

Die CDU Neu Wulmstorf betonte, dass sie die Ansicht teile, seit Jahren die zügige Umsetzung der Umgehungsstraße fordere und diese allen anderen Vorhaben unterordne. Allerdings gingen die CDU - und auch nicht die SPD - in den bisherigen Beratungen so weit, die Flächen im Westen von einer möglichen Wohnbebauung auszuklammern. „Wenn es ein schlüssiges Argument gegen die Planung gibt, würde ich sie sofort zurückziehen. Aber außer Emotionen habe ich noch nichts gehört“, sagte Kanebley dem Abendblatt. Lediglich die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) hatte als einzige Fraktion die Ortsentwicklung im Westen und Süden abgelehnt, drang damit aber in den bisherigen Beratungen bei der Ratsmehrheit nicht durch. Jetzt erneuerte die UWG ihre Forderung, Wohnbebauung im Norden zu prüfen. „Dort wäre die verkehrliche Anbindung einfacher, und das Gebiet ist weit genug weg von der Ortsumfahrung“, sagte Jan Lüdemann, Fraktionschef der UWG.