Harburg
Neu Wulmstorf

Famila: Streit um Verkaufsfläche

Neu Wulmstorf geht in die nächste Planungsschleife für den Verbrauchermarkt

Neu Wulmstorf. Die Gemeinde Neu Wulmstorf fürchtet nichts mehr, als dass ihnen die geplante Famila-Ansiedlung auf den letzten Metern doch noch missglücken könnte. Um Rechtsunsicherheiten zu vermeiden, geht die Gemeinde mit den Planungsunterlagen für den Verbrauchermarkt an der Matthias-Claudius-Straße in Neu Wulmstorf erneut in die öffentliche Auslegung. Der Grund dafür ist eine geänderte Verkaufsflächenberechnung. „Nachdem der Landkreis Harburg die Definition der Verkaufsfläche moniert hatte, wollen wir rechtlich lieber auf Nummer sicher gehen und haben deshalb entschieden, die Definition zu streichen“, sagte Thomas Saunus, Fachbereichsleiter für Ortsentwicklung, in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung und Umwelt.

Die Frage, wie groß der Famila-Markt ausfällt, hat Politiker und Gutachter seit Beginn der Planungen beschäftigt. Sie ist schon allein deshalb zentral, weil sich Familia ursprünglich auf 3500 Quadratmetern ansiedeln wollte, dann aber die Verkaufsfläche deutlich senken musste, um Geschäfte im Ortskern nicht zu gefährden.

Zuletzt war eine Verkaufsfläche von 2430 Quadratmetern vorgesehen. Nach der bisherigen Definition der Verkaufsfläche waren der Eingangsbereich und der Windfang darin nicht eingerechnet. Das machte 260 Quadratmeter zusätzlich aus. Damit hätte Famila eine Gesamtmarktgröße von 2690 Quadratmetern erzielt. Da die Verkaufsflächendefinition gestrichen wurde, ist das nun nicht mehr möglich. Der Eingangsbereich wird jetzt zur Verkaufsfläche hinzugerechnet, fällt aber kleiner aus. Das bedeutet: Famila kann sich mit einer Verkaufsfläche von 2550 Quadratmetern inklusive Eingangsbereich und Windfang ansiedeln. Erneut musste die Verbrauchermarkt-Kette abspecken und auf 140 Quadratmeter verzichten.

Gerhard Peters, Sprecher der Initiative Ortszentrum Neu Wulmstorf, hatte bereits im August 2017 massive Kritik an der Verkaufsflächendefinition geübt. „Es ging mir immer darum, dass diese Vorgehensweise nicht rechtens war“, sagte Gerhard Peters gegenüber dem Hamburger Abendblatt. „Da der Passus jetzt rausgenommen wurde, sehe ich mich in meiner Kritik bestätigt.“

Die Fraktionen brachten die Änderung der Verkaufsfläche und erneute Auslegung der Planung einstimmig auf den Weg.