Harburg
Stadtplanung in Winsen

Grünes Licht für neues Eingangstor

Idee für Bürohaus am Kreisel in Winsen

Idee für Bürohaus am Kreisel in Winsen

Foto: Rolf Zamponi / HA

Winsener Planungsausschuss billigt den Bebauungsplan für das Wohn- und Geschäftshaus am Hansekreisel.

Winsen.  Das Projekt des Winsener Investors Jens Peter Oertzen kommt voran. Der Planungsausschuss hat jetzt dem Entwurf des Bebauungsplan für die Fläche am Hansekreisel am nordwestlichen Eingang der Stadt mit einer Gegenstimme gebilligt. Auf der bislang brach liegenden Fläche soll ein großes Wohn- und Geschäftshaus mit knapp 6000 Quadratmetern für Wohnungen, Handel und Gewerbe entstehen.

Die Pläne sollen vom 15. Februar bis zum 19. März ausgelegt werden. „Wenn alles optimal läuft, könnte der Rat Ende Juni den Satzungsbeschluss fassen“, sagte Christian Evers vom Stadtplanungsbüro Evers&Küssner, der den Plan im Auftrag von Oertzen ausgearbeitet hat. Danach könnte dann mit der Erschließung des knapp einen Hektar großen Grundstücks begonnen werden.

Der Neubau für rund 15 Millionen Euro soll aus zwei dreigeschossigen Gebäudeteilen bestehen, die mit einem eingeschossigen Teil verbunden sind. Angebunden wird das Haus über einen fünften Arm des Hansekreisels. Radfahrer können um den Kreisel herumfahren. Zwischen Kreisel und Radweg ist an der Zufahrt eine Aufstellfläche für Autos geplant, so dass wartende Wagen keinen Rückstau auslösen können.

Bauassessor Evers erklärte im Ausschuss, wofür die Flächen im Neubau genutzt werden können. Danach sind Wohnungen wie 45 Appartements für junge Leute, ein Hotel, Büros für freie Berufe oder auch eine Nahversorgung wie Bäcker oder Lebensmittelhandel bis maximal 800 Quadratmeter in jedem Fall möglich. Als Ausnahme können Küchenstudios oder Möbelhändler mit Flächen bis zu 1550 Quadratmetern einziehen oder Handwerksbetriebe, die mit ihrem Lärm das Wohnen nicht stören.

Evers nannte als Beispiel Goldschmiede. Von vorn herein ausgeschlossen sind dagegen Bordelle und der Verkauf von Artikeln mit sexuellem Charakter. „Stichwort Rotlicht“, erklärte Evers. Wettbüros und Spielhallen kommen ebenfalls nicht in Frage.

Die große Mehrheit der Ausschussmitglieder unterstützt dass Projekt. „Der Bereich ist einer der Eintritte in die Stadt und dort kann es nur besser werden“, sagte Cornell Babendererde (CDU). Das Projekt sei ein Gewinn für das Wohngebiet und werde die Geschäfte in der Innenstadt nicht schrecken. Sie soll das Einzelhandelskonzept schützen, das im Rahmen der Innenstadtsanierung „Winsen 2030“ festgelegt wurde.

Kritik kommt von Erhard Schäfer (Grüne), der als Einziger gegen den Bebauungsplan stimmte. Ihn stört das beschleunigte Verfahren, das gesetzlich für die Innenentwicklung eines Siedlungsgebiets vorgesehen ist. „Beides trifft nicht zu“, sagte Schäfer. Er hält sowohl die Anbindung über den Kreisel als auch den Radweg für schwierig und befürchtet, dass neue Läden „als zusätzlicher Magnet“ Kaufkraft aus der City abziehen. Schäfer verweist auch darauf, dass für den Neubau 85 Prozent der Grundfläche versiegelt wird.

Da der Bereich aber kleiner als 20.000 Quadratmeter ist und das Grundstück an drei Seiten von Häusern umgeben ist, müssen keine Ausgleichflächen ausgewiesen werden. Die Stadt wird den Flächennutzungsplan ändern und den Bereich künftig als Wohn- und Gewerbegebiet ausweisen. Die Kosten für die Planung übernimmt der Investor, über die Gestaltung des Innenraums am Kreisel berät der Bauausschuss.